Ein in Schottland gebautes, 1886 in Dienst gestelltes Passagier- und Frachtschiff des Österreichischen Lloyd, das nach einem Umbau ab 1907 als Kreuzfahrtschiff vor allem im Mittelmeer und Europäischen Nordmeer lief. Danach fuhr sie unter dem italienischen Namen Dalia bei der Triester Reederei Tripcovich. 1926 wurde sie abgewrackt. Das aus Stahl gebaute Dampfschiff Thalia, das nach der Muse der griechischen Mythologie für komische Dichtung und Unterhaltung getauft worden war, lief am 5. Juli 1886 auf der Werft William Denny and Brothers im schottischen Dumbarton unter der Werftnummer 314 vom Stapel. Das zweimastige Passagier- und Frachtschiff hatte einen Rauminhalt von 2.371 BRT und eine Maschinenleistung von 2.554 PS. Die Thalia verfügte über 70 Betten in der 1. Klasse und 24 in der 2. Klasse und wurde noch 1886, im Jahr ihres 50-jährigen Jubiläums, von der Dampfschifffahrts-Gesellschaft des Österreichisch-Ungarischen Lloyd in Dienst gestellt. Als von der Reederei so bezeichnete „Yacht für Vergnügungsfahrten“ absolvierte die Thalia unter Kapitän Karl Freiherr von Bretfeld jährlich in der Regel 9 bis 11 Kreuzfahrtreisen durch das Mittelmeer, die Nord- und Ostsee sowie das Europäische Nordmeer, was durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein jähes Ende finden sollte. Insgesamt absolvierte die Thalia von Februar 1907 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 81 Fahrten und legte dabei ungefähr 250.000 Seemeilen zurück.
↑ Schlaraffenfahrt