Friedensburg

Unbekannt ·Sonstiges

Beschreibung

1. Nicht direkt zur Geschichte Pragas gehörig, aber eng mit ihr zusammenhängend muss folgendes berichtet werden: Im Praga-Archiv zu Bern hat sich ein hochinteressantes „Gästebuch“ vorgefunden, das von Dr. Ritter von Helly (R. „Belladonna“, Praga, Mundschenk und Ceremonienmeister) für seine „Friedens...

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1. Nicht direkt zur Geschichte Pragas gehörig, aber eng mit ihr zusammenhängend muss folgendes berichtet werden: Im Praga-Archiv zu Bern hat sich ein hochinteressantes „Gästebuch“ vorgefunden, das von Dr. Ritter von Helly (R. „Belladonna“, Praga, Mundschenk und Ceremonienmeister) für seine „Friedensburg“ angelegt und von der Praga später weitergeführt wurde. Die „Eriedensburg“ war ein berühmtes Weinlokal mit Bachuskeller, das den Schlaraffen kristallinisch diente und viel von hauptsächlich auswärtigen hochgestellten künstlerischen Persönlichkeiten besucht wurde. Als ersten Eintrag finden wir: 4. Jänner 1879: Johannes. Brahms, Joseph Joachim, August Sontag, Hugo Neremer, Barnabas Weiß, M.Jakson, Ottilie Kubnisky, Amalie Freund, Minna geb. Schröter etc. etc. Des öfteren trug sich ein der große, weitgerühmte Pianist Alfred Grünfeld (R. „Orpheus, der Tönebanner“) mit Notenzeilen, dann der Komponist Dvorak, der böhmische Dichter Jos. Willomitzer, Dr. August Bassermann, der große Schauspieler und Theaterleiter (Mannheim, Karlsruhe etc.), ferner Carl Schlesinger, Fritz Schröder, Emil Winkelmann, Albert Lanner, Friedrich Bruch, Dr. Hansen („Behare“, V. d. grünen Insel) usw. usw. Weiter: der Komponist des „Trompeters von Säkkingen“ und des „Hexenliedes“ von Wildenbruch, Emil Kaiser, der als Kn. 47 der Bruna und nun im Gästebuch als Ritter „Sepperl, der frohe Säkkinger“, entdeckt wurde. „Graf Gleichen“ hat sich auch gelegentlich seiner Anwesenheit zu seinem 20jährigen Schlaraffenjubiläum 1880 im Buche verewigt; ferner das berühmte „Kärtner Quintett“ der k. k. Hofoper mit dem Komponisten und Dichter, Hofopernsänger etc. Thomas Koschat, Joh. Bierbaum, Carl Bruckner, Vincenz Kinsky und Ferd. Graf und nicht zuletzt der Dichter Friedrich von Bodenstedt (Ritter „Mirza Schaffy“). Köstlich, urfrölılidı und weinselig sind die poetischen Einträge und wirklich wert, dass einige davon wiedergegeben werden: … 1880: Wer einmal in diesem Keller war, um seinen Götterwein zu nippen: der bliebe darin gern ein ganzes ]ahr und länger, um mit dem Hospes zu síppen. _ Denn besser als er und sein köstlicher Wein kann auf der ganzen Erde nidıts sein! Graf Gleichen, prof. Albert Eilers … Leider ist das Buch nicht mehr vollständig. Nach R. Balzgraf, Praga, sollen allein 255 Schlaraffen, darunter Raps, Schmerzenreich, Longinus, Höllenstein, Aclonís, Pipifax, Moltke, Devast und noch viele Künstler wie Maler Hans Makart, Weinberger, Dingelstedt, Neruda, etc. etc. sowie der böhmische Adel, um nur Fürstenberg, Nostiz, Schönburg, Schwarzenberg, Thun und Trautmanns- dorf zu nennen, ihre Namen eingetragen haben. Was muss das bei dem R. „Belladonna“ (Dr. v. Helly) in seiner Friedensburg für eine „goldene“ Zeit gewesen sein! Aus „Chronik des Verbandes Allschlaraffia Band I“ 2. ↑ Oberschlaraffenrath der Allmutter
Quelle: Lulupedia Import