Kreuzpfennig

Unbekannt ·Sonstiges

Beschreibung

Der älteste Inschriftstein in der Stadt Meiningen ist an dem ersten nördlichen Strebepfeiler des Chores der Stadtkirche eingemauert; es ist der sogenannte Kreuzpfennig und war in alter Zeit das Wahrzeichen der Stadt. Handwerkergesellen, die auf der Wanderschaft waren, erhärteten ihren Besuch in Mein...

Volltext

Der älteste Inschriftstein in der Stadt Meiningen ist an dem ersten nördlichen Strebepfeiler des Chores der Stadtkirche eingemauert; es ist der sogenannte Kreuzpfennig und war in alter Zeit das Wahrzeichen der Stadt. Handwerkergesellen, die auf der Wanderschaft waren, erhärteten ihren Besuch in Meiningen dadurch, dass sie die Kenntnis dieses Steines nachwiesen. Die Buchstaben bedeuteten das Monogramm des Würzburger Bischofs Bruno, der von 1033 bis 1045 die Mitra trug. Ein ähnlicher Stein befindet sich am Dom zu Würzburg, ebenfalls im Chor eingemauert. Dass das Monogramm den Bauleuten unseres erneuerten Chors (1443-1455) unverständlich war, beweist der Umstand, dass die Buchstaben nicht aufrecht stehen, sondern liegend erscheinen. Der Stein hätte also bei seiner Einmauerung um 90 Grad im Sinne des Uhrzeigerlaufes gedreht werden müssen. Dargestellt ist die Scheibe, eingeteilt in vier Viertel durch vier Radien, die aber nicht in dem Mittelpunkt zusammenstoßen, sondern auf die Eckpunkte des Rhombus stoßen. An den Endigungen der vier Radien außen liest man die Buchstaben I (oben), N (rechts), S (links); unten sieht man ein Buchstabengebilde, aus dem ein B leicht herauszuschälen ist, aber auch ein R, E oder P ist zu deuten. Man erklärt die Buchstaben als Brneps, d.h. „Bruno episcopus“. Der Stein muss von einem älteren Gebäude stammen; mir ist es nicht zweifelhaft, dass das die alte Marienkirche, die an Stelle der heutigen Gruftkapelle im Englischen Garten stand, gewesen ist. (Prof. Dr. Pusch, aus „Festschrift zum 25.Stiftungsfest der Meinung’a a.U.163) Seit a.U.133 ziert der Kreuzpfennig den Willehumm-Orden des Reyches Meinung`a.
Quelle: Lulupedia Import