Die Dreckschänke (mundartlich: Draakschänk) ist ein weit über die regionalen Grenzen hinaus bekanntes Gasthaus in Breitenbach (heute: Potůčky), das im böhmischen Erzgebirge (heute in Tschechien), unmittelbar am Anton-Günther-Weg und 500 Meter südlich der Stadtgrenze zu Johanngeorgenstadt liegt. Die Geschichte des an der Poststraße von Johanngeorgenstadt nach Karlsbad gelegenen Gasthauses lässt sich bis in das Jahr 1829 zurückverfolgen. Bis dahin gehörte das Haus Nr. 49 (später Nr. 7) einem Wenzel Dörfler. 1834 verkaufte es dieser an Josef Korb, der wenige Jahre später vom Forstgut eine Lizenz zum Beherbergen, Bewirten und Zerlegen erwarb. Er geriet aber in finanzielle Schwierigkeiten und verkaufte das Haus daher 1835 an Johann Adalbert Hahn aus Platten. Die bald florierende Gaststätte wurde nach ihrem Besitzer Hahn’s Gasthaus genannt, wobei als Logo ein Hahn diente. Es wird spekuliert, dass sich aufgrund des Straßendrecks unmittelbar vor der Haustür im Volksmund schon bald der abwertend klingende Spitzname Dreckschänke einbürgerte. Allerdings drückte bereits 1861 der Autor eines Reiseberichtes in den „Annaberger Erzgebirgischen Hausblättern“ seine Verwunderung über den Namen aus und beschrieb die Dreckschänke als ein vorbildliches und sauberes Gasthaus. Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine ganze Reihe gekrönter Häupter und anderer bekannter Persönlichkeiten in der Dreckschänke zu Gast, darunter die späteren deutschen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III., der sächsische König Johann I. und Otto von Bismarck. Den im Volksmund verbreiteten Spitznamen „Dreckschänke“ wurde die Betreiberfamilie Hahn nie los. Johann Hahns Witwe Theresia machte indes 1885 aus der Not eine Tugend: Werbewirksam griff sie den Namen auf und verewigte ihn, indem sie ein kleines ovales Porzellanschild mit der Aufschrift „Vulgo Dreckschenke“ über der Tür anbringen ließ. Kurz darauf wurde aus dem abwertenden Spitznamen der neue offizielle Name des Hauses. Nach Theresia Hahns Tod übernahm deren Tochter Sophie die Gaststätte, die 1901 den in Johanngeorgenstadt wohnhaften Oberkellner Richard Weickert, Sohn des Fleischhauermeister August Friedrich Weickert, heiratete. Angeblich war es Richard Weickert, der den bekannten Mundartdichter Anton
↑ Günther dazu anregte, ein Lied über die Dreckschänke zu verfassen und zu intonieren. Tatsächlich verfasste Günther 1904 das heute als Dreckschänken-Lied bekannte Werk, wobei er auch gleich die Melodie dazu komponierte. Nicht zuletzt über Liedpostkarten, die Günther selbst illustrierte, erlangte das Lied eine weit über die Grenzen des Erzgebirges hinausgehende Verbreitung, was den Bekanntheitsgrad des Lokals nochmals steigerte. (Wikipedia) Hier fanden von a.U.66 – a.U.73 die berühmten ↑ Dreckschänke-Sippungen statt.