Oberländer, Heinrich W.

Unbekannt ·Sonstiges

Beschreibung

deutscher Theaterschauspieler und Schauspiellehrer, Dichter und Schriftsteller, * 22.04.1834 in Landeshut, Schlesien, † 30.01.1911 in Berlin. Der Apothekersohn Oberländer war Autodidakt. Sein erstes Engagement führte ihn 1856 ans Stadttheater von Bremen, wo er am 21. Februar desselben Jahres mit dem

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deutscher Theaterschauspieler und Schauspiellehrer, Dichter und Schriftsteller, * 22.04.1834 in Landeshut, Schlesien, † 30.01.1911 in Berlin. Der Apothekersohn Oberländer war Autodidakt. Sein erstes Engagement führte ihn 1856 ans Stadttheater von Bremen, wo er am 21. Februar desselben Jahres mit dem jungen Förster Gustav in dem Stück „Der Weiberfeind“ seinen Einstand gab. In der Folgezeit spielte er in kurzen Abständen an Bühnen in Oldenburg, Görlitz, Liegnitz, Breslau und Königsberg, ehe er 1858 ans Prager Landestheater wechselte. Nach fünf Jahren traf er 1863 in Weimar ein, um einer Verpflichtung an das dortige Hoftheater nachzukommen. 1871 ging Oberländer schließlich nach Berlin, einem Ruf an das Königliche Hoftheater folgend. Dieser renommiertesten Bühne des deutschen Kaiserreichs blieb er die kommenden vierzig Jahre – seit dem 28.10.1876 auf Lebenszeit verpflichtet – bis zu seinem Tode treu. In jungen Jahren machte sich Oberländer einen Namen als Komödiant. Später spielte er mit großem Erfolg humoristische Charakter-, aber auch ernste Väterrollen. Zu seinen bekanntesten Bühnenparts zählen der Just (in Minna von Barnhelm), der Polonius (in Hamlet), der Falstaff, der Malvolio (in Was ihr wollt), der Mephisto sowie der Sekretär Wurm und der Musikus Miller (beide in Kabale und Liebe). Gastspiele führten ihn unter anderem nach München (1880) und erneut nach Prag (1900). 1911 wurde er auf dem Friedrichswerderschen Friedhof an der Bergmannstraße in Berlin-Kreuzberg beigesetzt. Sein Grabstein wurde mit einem Porträtrelief des Verstorbenen, einem Werk des Bildhauers Albert ↑ Manthe verziert. Oberländer war als Rt ↑ Box der Schlaraffenabbé Mitbegründer der Praga (1).
Quelle: Lulupedia Import