Beschreibung
21. Ehrenritter Allschlaraffias, erkürt vom XXIV. Concil in Vorarlberg vom 9. bis 11. Lethemond a. U. 150. Profan wurde Franz ↑ Thomé, ein österreichischer Schauspieler und Regisseur, am 21.11. 1807 in Wien geboren. Er schlug bereits mit 17 Jahren die Theaterlaufbahn ein. Sein erstes Engagement hatt
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21. Ehrenritter Allschlaraffias, erkürt vom XXIV. Concil in Vorarlberg vom 9. bis 11. Lethemond a. U. 150. Profan wurde Franz ↑ Thomé, ein österreichischer Schauspieler und Regisseur, am 21.11. 1807 in Wien geboren. Er schlug bereits mit 17 Jahren die Theaterlaufbahn ein. Sein erstes Engagement hatte er in Wien, es folgten bald Mainz, Paris, (Buda- )Pest und Nürnberg. Er wurde Theaterdirektor in Laibach, Lemberg, Klagenfurt, Graz und Riga. Ab 1859 leitete er, allerdings mit Unterbrechungen, das k.k.privilegierte Graf Nostiz’sche Theater auf dem Obstmarkt, das Prager Nationaltheater, heute Ständetheater. Jeder kennt die Anekdote von der Entstehung der Schlaraffia, aufgeschrieben vom Archivar der Praga Rt Drasal der Glockenthurm in der Chronica Allschlaraffiae von 1598, die in einigen neutralen Quellen abweichend dargestellt wird: Der Prager Theaterdirektor Franz Thomé war empört darüber, dass der Bildungsverein „Arcadia“ einen seiner Künstler nicht aufnehmen wollte. Aus Protest verließ er diese arrogante Gesellschaft. Er begründete (eher wiederbelebte) in der Folge zuerst den Proletarier-Stammtisch und schließlich am 10.10.1859 die Schlaraffia, wo er den Namen Carl II. der Frauenprüfer führte. Als der bereits bestehende Prager »Proletarier-Club« im Herbst 1859 zu zerfallen drohte, hat Thomé den »Bassproletarier« seines Opernensembles Albert Eilers und späteren Rt Graf Gleichen veranlasst, die »Proletarier« und dazu weitere Freunde zusammenzurufen und für den Gedanken eines neuen, seriösen Vereins zu gewinnen, der ihn wohl schon länger beschäftigt hat. Die in der »100-Jahre-Chronik« geschilderte Urgeschichte Schlaraffias liefert etliche Beweise dafür, dass die grundlegenden, den neuen Verein prägenden Ideen und Initiativen überwiegend von Thomé ausgegangen sind. Er hat sich damit aber keineswegs in den Vordergrund gespielt, vielmehr die Realisierung seiner Ideen oft an jüngere, besonders aktive Schlaraffen seines Vertrauens delegiert. Das waren vor allem die Rtt Graf Gleichen und Plato. Leider ist nicht von allen 23 Urschlaraffen bekannt, wie alt sie bei der Schlaraffia-Gründung waren. Carl II. war mit 52 Jahren der mit Abstand Älteste. Aber zwölf Urschlaraffen, einschließlich der Ritter Graf Gleichen und Plato, waren noch »Twens« von maximal 29 Lebensjahren. Carl II. hatte so von allen Urschlaraffen altersmäßig die größte Lebenserfahrung, war einerseits als Direktor des Ständetheaters eine in Prag hoch angesehene aber auch umstrittene Persönlichkeit und andererseits geachteter Chef seiner 13 Bühnenkünstler unter den Urschlaraffen. Seine Autorität und Führungskompetenz auch für den neuen Verein einzusetzen, werden seine jungen Freunde von ihm nicht nur erwartet, sondern auch dankbar akzeptiert haben. Deshalb war er es, der das ihm im Gedächtnis haftende, ebenso originelle wie programmatische »Schlaraffia« am ehesten als Vereinsnamen durchsetzen konnte. Es ist durchaus möglich, dass sich Thomé auch in diesem Falle selbst zurückgehalten hat und den von ihm angestrebten Vereinsnamen, wie in der »Chronica Allschlaraffiae« berichtet, durch Carl ↑ Tobisch hat vorschlagen lassen. Franz Thome galt als Künstler von hohem Niveau und war als Rt Carl II. der Initiator all dessen, was bis heute das Uhuversum mit Leben erfüllt; der erste unter den Urschlaraffen, langjähriger Oberschlaraffe der Allmutter und Mitgestalter vieler Elemente, die unsere Sippungen so einzigartig machen. Eine Anekdote um den Ritternamen Carl II: Als Thomé die schlimme Nachricht von der Ablehnung seines Mimen Eilers seitens der „Arcadia“ erhielt und tobte und wetterte, kam sein Faktotum, der in ganz Prag bekannte, sich als wichtigste Person des Theaters haltende Theaterdiener Carl ins Direktionszimmer und sagte: „Herr Direktor, reg’ns Eahna net auf, dös schad’t Ihra Gesundheit!“ Thomé beruhigte sich und erteilte dem Diener den Auftrag, sogleich innerhalb einer halben Stunde Thome’s Künstlerfreunde herbeizuholen. Und Carl brachte dies fertig, so dass Thomé ihn vor den Versammelten wie folgt auszeichnete. „Ich, Thomé, vom Volksmund – im Gegensatz zu meinem ulkigen Diener – der „fesche Carl“ oder „Carl I.“ genannt, erkläre voller Humor meinem Diener, dass dieser zum Dank von nun an der „Carl I.“ ist, während ich mich mit dem Juxnamen „Carl II.“ bescheiden will.“ Diesen Namen behielt Thomé in Schlaraffia zeitlebens bei. (Text: www.schlaraffia-berolina.de / Chronik des Verbandes Allschlaraffia und Rt Kientje)
Quelle: Lulupedia Import