Beschreibung
auch Weyhrother, * 1. Februar 1809 in Prag, † Karlsbad am 10. Juni 1876. Sein Vater, Hauptmann in der kaiserlichen Armee fiel im Geburtsjahr seines Sohnes in der Schlacht bei Aspern. Er studierte Philosophie und Rechtswissenschaften an der Hochschule Prag, unternehm danach eine Reise durch Deutschla
Volltext
auch Weyhrother, * 1. Februar 1809 in Prag, † Karlsbad am 10. Juni 1876. Sein Vater, Hauptmann in der kaiserlichen Armee fiel im Geburtsjahr seines Sohnes in der Schlacht bei Aspern. Er studierte Philosophie und Rechtswissenschaften an der Hochschule Prag, unternehm danach eine Reise durch Deutschland und wandte sich anschließend der Schriftstellerei zu. Zu Ende der Dreißiger- und im Laufe der Vierziger Jahre machte er oft Ausflüge in das Erz- und Riesengebirge und zu alten Schlossruinen, deren Sagen und Überlieferungen er sammelte und unter dem Titel: „Böhmische Sagen“ (Prag 1843) herausgab. Im bewegten Jahre 1848 begründete er, mit dem bezeichnenden Titel „Concordia“ ein belehrendes und zugleich unterhaltendes Blatt, in welchem er kein geringeres Ziel vor Augen hatte, als Künstler und Studenten beider Nationalitäten unter einem Banner zu sammeln, und welches in den später folgenden stürmischen Tagen auch als spezielles Organ der Nationalgarde, die sich eben damals zu bilden begann, sich gestaltete. 1851 übernahm er die Redaktion der „Prager (amtlichen) Zeitung“, und 1852 gründete er eine „Staatsbürger-Zeitung“. Eine ihm mittlerweile verliehene Notarsstelle erledigte er nur nebenbei. 1857 und 1858 erschienen seine „Jahrbücher des Erz- und Riesengebirges“. In den Jahren 1857, 1858, 1865 und 1869 veröffentlichte er unter dem Pseudonym Kleeroth vier Hefte dramatische Spiele, teils unter dem Titel „Theater“, teils unter dem Titel „Dilettanten-Theater“. Dieselben bilden eine Sammlung der von ihm während einer Reihe von Jahren geschriebenen und mitunter recht beifällig aufgenommenen Lustspiele und Schwänke. 1860 wurde Weyrother Mitglied der Direktion (Vorstand) der ↑ Arkadia in Prag. Nach 1869 war er gezwungen, seine Notarstelle aufzugeben. Seine Versuche, eine Anstellung in einer Stadt in Böhmen zu bekommen, scheiterten. Auch mit seiner eher seichten Schriftstellerei verdiente er kein Geld, so dass er sich als Aushilfslehrer in Karlsbad betätigte. Im Alter von 67 Jahren starb er. Als Weyrother, wie als Pseudonym Kleroth ist er verschollen und vergessen und in der Literaturgeschichte geradezu unbekannt.
Quelle: Lulupedia Import