Baumannshöhle

Unbekannt ·Ritterbuende

Beschreibung

Ritterbünde Ritterschaft bzw. Ritterbund, später Gnomenhöhle, bestand von 1852 – 1874 in Wien, ging aus dem „Soupiritum“ hervor Jenen Kreis, der 1852 vom österreichischen Dichter Alexander Baumann (1814 – 1857) aus der Taufe gehoben wurde und sich erst „Baumanns– und später Gnomenhöhle“ (zeitweise a

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Ritterbünde Ritterschaft bzw. Ritterbund, später Gnomenhöhle, bestand von 1852 – 1874 in Wien, ging aus dem „Soupiritum“ hervor Jenen Kreis, der 1852 vom österreichischen Dichter Alexander Baumann (1814 – 1857) aus der Taufe gehoben wurde und sich erst „Baumanns– und später Gnomenhöhle“ (zeitweise auch „Mittwochsgesellschaft“) nannte, charakterisiert Eduard von Bauernfeld (1802 – 1890) als „eine Narrengesellschaft … und eine Art Ableger der berüchtigten Ludlam“. Allein die Bezeichnung „Höhle“ deutet daraufhin, dass man sich die „Ludlamshöhle“ aus den Zwanziger Jahren zum Vorbild nahm. Baumann (Archivdirektor, Dialektiker, Lustspielschreiber und Komponist) war – wie einst Castelli – ein glänzender Improvisator und somit ein ausgezeichneter, Unsinn treibender Gesellschafter. Die „Baumanns – bzw. Gnomenhöhle“ hatte etwa 40 Mitglieder, darunter die ehemaligen Ludlamiten Castelli, Sichrovsky und Grillparzer. Man fand aber auch Dichter wie Hebbel (1813 – 1863) und Bauernfeld, sowie Musiker, Maler, Bildhauer, Schauspieler, Professoren, Beamte und Industrielle in der „Höhle“. Zeitweise verzeichnete man den Dichter Anastasius Grün (1806 – 1876), den Maler Moritz von Schwind (1804 – 1871) und den Komponisten Franz Liszt (1811 – 1886) als Gäste. Als Vereinslokal diente der „Passauerhof“ in Wien (Wohnsitz von Baumann), wo immer am Mittwochabend Unsinn getrieben wurde. Zum Programm gehörten literarische und musikalische Parodien, komische Grabschriften, Bänkelgesang aber auch, Kunst- und Industrieausstellungen“. Die „Höhle“ gab auch die Journale „Mittwochblatt“, „Zuschauer“, „Passauer Hofzeitung“ und eine „Jugendzeitung“ heraus. Als Alexander Baumann, der „König der Gnomen“ 1857 starb, hörte zwar die „Baumannshöhle“ auf zu existieren, bestand aber als „Gnomenhöhle“ noch bis 1874 fort.
Quelle: Lulupedia Import