Beschreibung
Ritterbünde gegründet Juni 1837, besteht bis heute „Die Zwanglose Gesellschaft besteht zu dem Zweck gegenseitiger Mittheilungen eigener und fremder Leistungen auf dem Gebiete der schönen Literatur.“ § 1 der Vereinssatzung vom 24.11.1852)Die „Zwanglose Gesellschaft München“ ist einer der ältesten Mün
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Ritterbünde gegründet Juni 1837, besteht bis heute „Die Zwanglose Gesellschaft besteht zu dem Zweck gegenseitiger Mittheilungen eigener und fremder Leistungen auf dem Gebiete der schönen Literatur.“ § 1 der Vereinssatzung vom 24.11.1852)Die „Zwanglose Gesellschaft München“ ist einer der ältesten Münchener Herrenclubs, der im Juni 1837 von einer Gruppe spätromantischer Dichter in der „Junemannschen Weinwirtschaft“ in München gegründet wurde. Ideengeber waren der (Komödien-) Dichter und Schriftsteller Franz von Elsholtz (1791 – 1872), gemeinsam mit dem schreibenden Diplomaten Apollonius von Maltitz (1795 – 1870) und dem Verwaltungsbeamten Friedrich Freiherr von Zu Rhein (1802 – 1870). Zweck der Gesellschaft sollte „die Pflege von Literatur und der Austausch untereinander“ in einem geselligen Rahmen, jedoch ohne Regeln eines Vereins sein. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten u.a. auch Friedrich Wilhelm von Thiersch (Philologe, 1784 – 1860), Franz von Kobell (Mineraloge und Schriftsteller, 1803 – 1882), sowie der als „Kasperlgraf“ bekannte Franz Graf von Pocci (1807 – 1876). Der Maler Moritz von Schwind (1804 – 1871) und der Dichter Friedrich Wilhelm Güll (1812 - 1879) waren ab 1843 ebenso Mitglieder der Gesellschaft, wie Emanuel Geibel, Paul Heyse, oder der Chemiker Justus von Liebig (1803 – 1873). Dem selbstbestimmten Zwecke entsprechend, besaßen die „Zwanglosen“ bis 1852 keine Satzung. Unter „zwanglos“ verstand man den damals ungewöhnlichen Verzicht auf Adelstitel, oder akademische Ränge, im Umgang miteinander. Auch war ein Erscheinen zu den Zusammenkünften keine Pflicht. Politik und Religion waren bei dieser Gesellschaft absolut tabu, was zur Folge hatte, dass katholische und protestantische Mitglieder miteinander „Reime schmieden und Verse leimen“ konnten, ohne dabei miteinander in Zwist zu geraten. Ab 1854 konnten auch Wissenschaftler, Künstler, Musiker, Juristen, oder Ärzte Mitglieder werden. Die „Zwanglose Gesellschaft“ existiert noch heute, jedoch nicht als eingetragener Verein, sondern als ein traditioneller Herrenclub, der neue Mitglieder nur nach Vorstellung durch einen „Paten“ und nur mittels Einstimmigkeit auf dem Wege der „Kugelung“ aufnimmt. Die Treffen finden jeden Mittwoch statt und das Stiftungsfest wird traditionell am Dreikönigstag begangen. Die während der Treffen gehaltenen obligatorischen Vorträge werden Teil des Archivs der „Zwanglosen Gesellschaft“ innerhalb der Handschriften-Abteilung der Bayerischen Staatsbibliothek.
Quelle: Lulupedia Import