Kaiser, Friedrich

Unbekannt ·Ritterbuende

Beschreibung

Ritterbünde 1814 wurde Friedrich Kaiser in Biberach an der Riß geboren. Er starb im November 1874 in Wien. Er war ein österreichischer Schriftsteller und Revolutionär und verfasste über 160 Stücke in Serienproduktion für das Wiener Volkstheater des 19. Jahrhunderts. Die Eltern Friedrichs, der k. k.

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Ritterbünde 1814 wurde Friedrich Kaiser in Biberach an der Riß geboren. Er starb im November 1874 in Wien. Er war ein österreichischer Schriftsteller und Revolutionär und verfasste über 160 Stücke in Serienproduktion für das Wiener Volkstheater des 19. Jahrhunderts. Die Eltern Friedrichs, der k. k. Leutnant Joseph Franz Kaiser und dessen Ehefrau Franziska Grelz, übersiedelten nach Wien als er noch ein Kind war. Nach seiner Schulzeit besuchte er das akademische Gymnasium, begann Philosophie zu studieren und nahm gleichzeitig Malunterricht bei Ferdinand Georg Waldmüller. Bereits als Student versuchte sich Kaiser als Schriftsteller. Als er 1833 ein Praktikumam Wiener Hofkriegsrat begann, wurde er in seinem literarischen Schaffen bestärkt und konnte im darauffolgenden Jahr mit einem weiteren Lustspiel („Das Rendezvous“) erfolgreich debütieren. In dieser Zeit lernte Kaiser den Theaterdirektor Carl Carl kennen. Dieser nahm Kaiser schon nach kurzer Zeit für sechs Komödien jährlich unter Vertrag. Als das Lustspiel „Wolf und Braut“ 1836 ein großer – vor allem finanzieller – Erfolg wurde, quittierte Kaiser 1838 den Staatsdienst und widmete sich fortan nur noch dem Schreiben. Neben seinen Bemühungen um die Künstlervereinigung ↑ „Concordia“ wuchs sein Engagement für die März-Revolution. Am 13. März 1848 überreichte er den niederösterreichischen Landständen eine Petition zur Abschaffung der Zensur. Das war im Metternichschen System eine Ungeheuerlichkeit. Während des gesamten Volksaufstandes stand Kaiser an der Seite der „Legion“, erst als Leutnant, dann als Hauptmann und zuletzt als Platz-Commandant. Nach der Kapitulation Wiens, Anfang November 1848, entging Kaiser nur knapp einer Massenexekution durch die Truppen von Feldmarschallleutnant Alfred Fürst zu Windisch-Graetz. Nach der Revolution beschäftigte sich Kaiser wieder mit dem Verfassen von Volksstücken für Direktor Carl und dessen Theater. Nach Ferdinand Raimund und neben Johann Nestroy war Kaiser einer der bedeutendsten Dramatiker des Wiener Volkstheaters im Vor- und Nachmärz. Seine große schriftstellerische Vielseitigkeit zeichnete ihn aus. Neben der Gründung der „Concordia“ und der „Grünen Insel“ war er auch als Redakteur des „Kobold“ und des „Eulenspiegel“ bekannt.
Quelle: Lulupedia Import