Beschreibung
Ritterbünde Ritterschaft bzw. Ritterbund, bestand 1840 – 1848 in Wien. Der österreichische Schauspieler und Dramatiker Friedrich Kaiser (1814 – 1874) gründete gemeinsam mit Gleichgesinnten 1840 die „Concordia“, eine Vereinigung von Künstlern und Gelehrten, die literarisch-wissenschaftlich ambitionie
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Ritterbünde Ritterschaft bzw. Ritterbund, bestand 1840 – 1848 in Wien. Der österreichische Schauspieler und Dramatiker Friedrich Kaiser (1814 – 1874) gründete gemeinsam mit Gleichgesinnten 1840 die „Concordia“, eine Vereinigung von Künstlern und Gelehrten, die literarisch-wissenschaftlich ambitioniert war. Diese sogenannte „ältere“ Concordia, der auch die ehemaligen Ludlamiten Ignaz Franz Castelli (1781 – 1862), Karl von Holtei (1798 – 1880), Franz Grillparzer (1791 – 1872) und Joseph Christian von Zedlitz (1790 – 1862) angehörten, existierte bis 1848. Dazu Rt UHN-Synn (266) in DSZ 1/164: Nach dem gewaltsamen Ende der „Ludlamshöhle“ gab es immer wieder Bestrebungen von jungen Künstlern und Schriftstellern, die unorganisierten Zusammenkünfte in Kaffeehäusern und Lokalen in eine Form zu gießen. Vereinsnamen wie „Soupiritum“, „Baumannhöhle“ und „Gnomenhöhle“ tauchten auf und verschwanden nach kurzer Zeit wieder. Der Schriftsteller und angefeindete Kritiker Moritz Saphir gründete den Künstlerverein „Casino“. Viele Literaturschaffende wie z.B. Eduard Bauernfeld, Ferdinand Raimund und Ludwig August Frankl weigerten sich aber, Saphir zu treffen. Es herrschte in dieser Kulturelite das Verlangen, sich einander zu nähern und wechselseitig zu befruchten. Täglich wurde das Bedürfnis dringender, sich vom Adel, der Geldaristokratie, dem unternehmerischen Großbürgertum und vom geistigem Kleinbürgertum abzugrenzen. Die Erfolge in seiner Laufbahn als Librettist und Schriftsteller beflügelten Friedrich Kaiser zu einer Vision: „Es galt, die Vertreter der verschiedenen Kunstzweige zu vereinigen und zur Verschönerung des Lebens zu einem gemeinschaftlichen Wirken aus freiem Antriebe zu veranlassen.“ 1840 gründete er die Vereinigung „Concordia“ und setzte mit voller Absicht die Zusammenkünfte ausgerechnet zur selben Zeit und am selben Tag an, wie im „Casino“. Zu den ersten Teilnehmern an diesen Treffen zählten: Eduard Bauernfeld, Alexander Baumann, Ignaz Castelli, Johann Ludwig Deinhardstein, Ernst von Feuchtersleben, Ludwig August Frankl, Franz Grilparzer, Friedrich Halm, Franz Ignaz von Holbein, Otto Prechtler, Gaetano Donizetti, Eduard von Lannoy, Otto Nicolai, Josef Franz Dannhauser, Johann und Thomas Endler, Friedrich Gauermann, Ferdinand Waldmüller, Heinrich Anschütz, Carl Carl und Johann Nestroy. Die „Concordia“ wurde auch von Gutzkow und Laube bei ihren Wien Aufenthalten aufgesucht, wo sie alle jungen oppositionellen Dichter treffen konnten. Diese Runde erfreute sich innerhalb kurzer Zeit besten Rufes und stellte ähnliche Versammlungen in den Schatten. Aber auch dieser Vereinigung war kein langes Leben beschieden.“
Quelle: Lulupedia Import