Quasselstrippe

Unbekannt ·Sonstiges

Beschreibung

Schlaraffenlatein für Telefon. Näheres in einem Disput in DSZ a.U.137: „Schon in der vergangenen Jahrung wurden Bemerkungen über den Ausdruck "Quasselstrippe" in DSZ besprochen. Nunmehr findet sich in der Ausgabe No. 6 DSZ wieder dieses Wort (UHU-Sternflug nach Oehna), weil es leider im Schlaraffenl...

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Schlaraffenlatein für Telefon. Näheres in einem Disput in DSZ a.U.137: „Schon in der vergangenen Jahrung wurden Bemerkungen über den Ausdruck "Quasselstrippe" in DSZ besprochen. Nunmehr findet sich in der Ausgabe No. 6 DSZ wieder dieses Wort (UHU-Sternflug nach Oehna), weil es leider im Schlaraffenlatein so angeführt ist. Im Einvernehmen mit dem Oberschlaraffat und dem Kantzlerambte des Castellum Cornoviae verkünde ich unser Missfallen hierzu wie folgt: Die Bezeichnung „Quasselstrippe" ist den Sassen unseres Reyches ein Stein des Anstoßes - und dies, wie wir meinen, zu Recht! Quasselstrippe ist ein Vulgärausdruck, der ganz besonders in der deutschen Wehrmacht schon seit dem ersten Weltkrieg üblich war und mit Schlaraffenlatein in keiner Weise vereinbar ist. Wieso er trotzdem dort hineingeriet, kann nur auf einen bösen Streich des OHO zurückzuführen sein, Ul UI...! Da aber Nörgeln allein nichts bringt, schlagen wir vor, das deutsche Wort „Fernsprecher" zu verwenden, welches erstens eine teils wörtliche Übersetzung von „Telephon" bedeutet, zweitens schon länger in Verwendung steht als das Dialektwort und drittens sicher — hätte es ein solches Gerät damals schon gegeben — in einer Burg um 1559 ebenso genannt worden sein dürfte. Den weiteren Verfolg zu einer sinnvollen Änderung im Anhang zum Ceremoniale müssen wir dem ASR im nächsten Concile überlassen. (Rt Librifechs (181) Die Antwort des Chefredakteurs: Schlaraffenlatein gehört zu den beliebtesten Leserbriefthemen in DSZ. Die Redaktion muss aber den Rt Librifechs pflichtgemäß auf die vielen Unwägbarkeiten kreativer Wortschöpfungen aufmerksam machen. „Telephon", ein aus altgriechischen Vokabeln zusammengesetztes Kunstwort des 19. Jh., heißt wörtlich „Fernton". Die Verdeutschung „Fernsprecher" ist zweifelhaft, denn ein „Sprecher“ ist ein Mensch und kein Apparat. „Fernsprecher" wäre treffender für einen Mann, der im „Fernsehen“ redet. Den tituliert man dortselbst aber neulateinisch „Moderator“, was „Leiter“ oder auch „Mäßiger“ bedeutet. Im Englischen heißt „moderate“ sogar „mittelmäßig“, was meist zutrifft... Fazit: Unversehens befindet man sich in einem etymologischen Labyrinth — wer hat den Ariadnefaden, um hinauszufinden? (AE)
Quelle: Lulupedia Import