Beschreibung
wbl. Styxin, Schlaraffenlatein für Bedienung in der Burg. Styx ist 1. nach dem griechischen Dichter Hesiod (* um 700 v.Chr.) die Tochter des Okeanos und der Tethys, bei Hyginus (römischer Gelehrter und Schriftsteller, event. identisch mit Hyginus * 60 v.Chr.) ist sie die Tochter der Nyx und des Ereb...
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wbl. Styxin, Schlaraffenlatein für Bedienung in der Burg. Styx ist 1. nach dem griechischen Dichter Hesiod (* um 700 v.Chr.) die Tochter des Okeanos und der Tethys, bei Hyginus (römischer Gelehrter und Schriftsteller, event. identisch mit Hyginus * 60 v.Chr.) ist sie die Tochter der Nyx und des Erebos und 2. ein Fluss der Unterwelt. Entsprechend der Sage stellt der Fluss Styx die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und dem Totenreich Hades dar. Er umfließt den Hades neun Mal. Die Seelen der Toten werden von Charon, dem Fährmann, über den Fluss geschifft. Damit sie den Fährmann Charon bezahlen konnten, wurde den Toten eine Münze (Obolus) unter die Zunge gelegt und somit in den Tod mitgegeben. Verstorbene, denen diese Münze nicht mitgegeben wurde, mussten hundert Jahre am Ufer des Flusses verbringen, bis sie hinüber durften, was das Begräbnis und die ordentliche Totenweihe außerordentlich wichtig machte. Dem Wasser des Flusses Styx wurden verschiedene Eigenschaften zugesprochen: zum einen wurde Achilles, der Held der Ilias-Sage, von seiner Mutter Thetis darin gebadet, was ihn unverwundbar machte. Nur die Ferse, an der sie ihn festhielt, wurde nicht gebadet und so auch nicht unverwundbar. Diese „Achillesferse“ wurde ihm zum Verhängnis. Zum anderen galt das Wasser als giftig; Alexander der Große soll damit vergiftet worden sein. Ihren heiligsten Eid schworen die olympischen Götter in der Regel „beim Styx“. Der mutwillige Bruch eines solchen Eides hatte für sie schwerwiegende Folgen, nämlich den Verlust der Stimme für neun Jahre. Warum der Begriff Styx für die Bedienung in der Burg von den Prager Schlaraffen, wahrscheinlich von Rt Plato oder Rt Höllenstein eingeführt wurde, ist unbekannt. Eine Erwähnung findet der Styx in der allerersten, noch von Hand geschriebenen Schlaraffen-Zeitung (1.Jahrgang, Nr.1 vom 6.März 1869) in dem Gedicht „Mein Traum“ von Rt Höllenstein. Allerdings lässt dieser Name aus heutiger Sicht nur eine einzige Erklärung zu. Die Bedienung in der Burg bringt die Getränke, die in aller Regel alkoholisch sind (Styx = Wasser des Grauens). Quasi durch die Mitwirkung des Styx als Grenzfluss zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten (Betrunkenen) gelangen wir von einem Ufer zum anderen. Und ohne Obulus (Mammon) gibt es keine Überfahrt.
Quelle: Lulupedia Import