Uhufinstere Zeit

Unbekannt ·Sonstiges

Beschreibung

In DSZ 6/163 gibt Rt Cimbalino (153) eine Zusammenfassung der Zeit von Januar 1933 bis a.U.105. „Ende Januar 1933 änderte sich die Lage in Deutschland dramatisch. Die Nationalsozialisten übernahmen die Macht – und sie hatten weder Verständnis für Schlaraffia noch für jüdische Mitglieder, die in eini...

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In DSZ 6/163 gibt Rt Cimbalino (153) eine Zusammenfassung der Zeit von Januar 1933 bis a.U.105. „Ende Januar 1933 änderte sich die Lage in Deutschland dramatisch. Die Nationalsozialisten übernahmen die Macht – und sie hatten weder Verständnis für Schlaraffia noch für jüdische Mitglieder, die in einigen Reychen einen beachtlichen Anteil ausmachten. Am 23. April 1933, also nur wenige Wochen nach der Machtübernahme, fand eine außerordentliche Delegiertenversammlung der Schlaraffen statt, die zu einer neuen deutschen Vereinigung Schlaraffia führte. Im Weiteren kam eine Unterstellung der deutschen Schlaraffenreyche unter die Praga (1) nicht mehr in Frage, da dies als ausländische Einmischung angesehen wurde. Im Rahmen der sog. Gleichschaltungspolitik wurde der Bund Deutscher Schlaraffia gegründet. Weiteres Ungemach kam von der Kirche. Am 25. Mai 1935 verbot die Glaubenskongregation der katholischen Kirche Schlaraffia als kirchenfeindliche Organisation. Rt Hyp mit der Nose konnte zwar den Papst in einer privaten Audienz überzeugen, dass die Vorwürfe nicht stichhaltig seien. Der Papst ließ sich überzeugen, aber ein formeller Widerruf erfolgte (bis heute) nicht. In Deutschland setzte sich die Gleichschaltung fort. Zu Beginn 1936 wurde der damalige Bundesführer, Rt Pfifficus (3), vor die Gestapo zitiert und von ihm die Auflösung des Bundes Schlaraffia verlangt. Diese Auflösung erfolgte per 28. Februar 1937. Sämtliche Akten der deutschen Schlaraffenreiche gingen an die Gestapo. Heute befinden sich diese Akten im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin und werden als Staatsbesitz eingestuft. Der schlaraffische Bund war höchst gefährdet. Im März 1938 erfolgte der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich – und sofort wurden die schlaraffischen Reyche geschlossen. Kurz darauf, im Wonnemond a. U. 79, fand in Bratislava im Reych Posonium (91) vom 26. Bis 28. Wonnemond das XIII. Allschlaraffische Concil statt. Der Allmutterrat der Praga, das höchste schlaraffische Organ, legte seine Funktion in die Hände eines Verwaltungsausschusses. Das Concil beschloss die Einsetzung eines 16-köpfigen Allschlaraffenrates mit einem Schweizer Sitz. Rt Rhenanus (70) empfahl, sich Gedanken über die Gründung eines helvetischen Landesverbandes „Schlaraffia Helvetica” zu machen. Am 11. Hornung (Februar) a. U. 80 (1939) erschien ein verzweifelter Rt Sostopsil aus der Praga (1) bei der Gallia Helvetica, berichtete über die katastrophalen Verhältnisse und bat um dringende Hilfe. Wie recht er hatte, zeigte sich nur wenige Wochen später mit dem Einmarsch deutscher Truppen in die Rest-Tschechoslowakei. Die Folge war eine unverzügliche Schließung der Praga (1). Am 12. Januar 1941 (12. Des Eismonds a. U. 81), also mitten im Krieg, gelang durch Vermittlung von Rt Parafratello (70) die Überführung des Praga-Archivs in die Schweiz zur h. Berna. Man machte sich nun in den helvetischen Gauen intensive Gedanken über eine Rettung Schlaraffias. Daraus entstand die Idee der Bildung von Landesverbänden mit einem Allschlaraffenrat an der Spitze, in welchem jeder Landesverband eine Stimme haben sollte. Von den 252 Reychen und Colonien, die 1933 existierten, waren Ende des 2. Weltkriegs 1945 noch vorhanden: vier Reyche in der Schweiz: die Turicensis, die Basilea, die Berna und die Gallia Helvetica; in Nordamerika 23 Reyche und in Lateinamerika zwei Reyche. Schrittweise durfte ab 1946 in Deutschland in der Westzone die Wiederauferstehung von Reychen gefeiert werden, nicht jedoch in der sowjetischen Besatzungszone, bzw. ab 1949 in der DDR. Dort blieb es bei einem Verbot. A.U. 88 (1947) wurde mit der Bildung eines „geschäftsführenden Ausschusses der deutschen Schlaraffenreyche” der Start frei für die Gründung des Landesverbandes Deutschland, der dann tatsächlich am Ersten Deutschen Schlaraffentag 1950 aus der Taufe gehoben wurde. Man stimmte gleichzeitig auch der Schaffung einer „Allschlaraffischen Beratungsstelle”zu. Im gleichen Jahr (1950) wurde zudem mit Unterstützung der helvetischen Reyche auch der Landesverband Austria gegründet. Aber erst am 3. Deutschen Schlaraffentag a.U. 97 (1956) stimmten die wiederauferstandenen deutschen Reiche einem Neuanfang Allschlaraffias zu und zwar auf der Grundlage von gleichberechtigten Landesverbänden. Von der Gallia Helvetica (153) aus wirkte in den 1940er und 1950er Jahren Rt Fantasio gezielt und diskret auf eine Neuorganisation Schlaraffias hin. Anstelle der alten monarchischen Verfassung mit der Allmutter Praga an der Spitze plädierte er für gleichberechtigte Landesverbände. Zusammen mit dem Juristen Rt Schmiss der Kampfbereite, ebenfalls aus der Gallia Helvetica, wurde diese Neukonzeption sorgfältig vorbereitet. Am 27. Des Ostermondes a. U. 98 (1957) tagte ein letztes Mal die Allschlaraffische Beratungsstelle, dann wurde unter Leitung von Rt Schmiss der Verein Allschlaraffia gegründet, mit Vereinssitz und Sitz des Praga-Archivs in Bern bei der h. Berna (70). Im ersten Anlauf lehnten die Landesverbände Deutschland und Austria die neuen allschlaraffischen Satzungen ab. Zentraler Stein des Anstoßes war die Gleichbehandlung der Landesverbände, d.h. jeder Landesverband sollte nur eine Stimme haben. Doch am XIV. Concil zu Norimberga a. U.100 (1959) unter Rt Goschelbauer stimmten die Delegierten der neuen Landesverbandsstruktur grundsätzlich zu. Es bedurfte jedoch nochmals intensiver Arbeit, vor allem der Gallia Helvetica unter Leitung von Rt Schmiss, bis am XV. Concil von a. U. 105 (1964) in der h. Vindobona die Allschlaraffischen Satzungen sowie der revidierte Schlaraffen-Spiegel und das Ceremoniale definitiv verabschiedet werden konnten.
Quelle: Lulupedia Import