Krokodile

Unbekannt ·Ritterbuende

Beschreibung

Ritterbünde Die Krokodile, Dichtervereinigung, bestand vom 5. November 1856 – 1882 in München. „Das Krokodil“ bzw. „Die Krokodile“ war ein Münchner Dichterkreis, der eine dezidiert unpolitische Haltung vertrat. Der Name stammt vermutlich vom Scherzgedicht „Das Krokodil zu Singapur“, verfasst von Her

Volltext

Ritterbünde Die Krokodile, Dichtervereinigung, bestand vom 5. November 1856 – 1882 in München. „Das Krokodil“ bzw. „Die Krokodile“ war ein Münchner Dichterkreis, der eine dezidiert unpolitische Haltung vertrat. Der Name stammt vermutlich vom Scherzgedicht „Das Krokodil zu Singapur“, verfasst von Hermann Lingg. Vereinssymbol war demzufolge auch ein Krokodil. Man fasste den eigenen Kreis als „heiligen Teich“ auf und wollte Dichtung als reine, fast heilige Kunst im Sinne von Vorbildern aus der Antike, dem Mittelalter und teils auch dem Orient fortführen. Bei den Zusammenkünften der Vereinigung wurden Texte gelesen und neueste Werke – aus eigener, oder fremder Feder – diskutiert. Wie im “Tunnel über der Spree“ erhielten die Mitglieder Vereinsnamen („Teichnamen“). Emanuel Geibel beispielsweise war, als Gründungsmitglied, das „Urkrokodil“. Nach dem Tod von König Maximilian II. (1864) verlor die Förderung nicht-bayerischer Künstler und Gelehrten an Bedeutung. Die „Krokodile“ hatten damit ihren wichtigsten Förderer und ihre öffentliche Rolle eingebüßt und blieben in der Folge ein, nur noch geselliger, Zusammenschluss von Künstlern. Bekannte Mitglieder waren u.a. (in Klammern: „Teichnamen“): Emanuel Geibel („Urkrokodil“, 1815 – 1884), Friedrich von Bodenstedt („Apis“, 1819 – 1892), Hermann Lingg („Teichkrokodil“, 1820 – 1905) und Paul Heyse („Eidechs“, 1830 – 1914)
Quelle: Lulupedia Import