ABC der Ritterbünde Liedersammlung von Liedern der Ritterbünde, auch Allgemeines Ritterliederbuch oder Ritter-Liederbuch; Entstehung: Parzival de Peleapere, Ritter im Ritterorden vom Deutschen Gral zue Berolina und Graf Quell Stix von und zu Stixensein, Ritter im Ritterbund Schelle zue Vindobona gelten als die Initiatoren des Allgemeinen Ritter-Liederbuches. Graf Quell, profan Hans Schnattinger, rief 1897 als Kanzler der Schelle, im Herold die Bünde auf, ein gemeinsames Ritterliederbuch zu schaffen. Das eingesandte Material war mehr als spärlich, so übergab er es an Siegfried von Drachenfels (Pfalzburg). Ihm kam Duge von Falkeistein (Wallenstein) zur Hilfe. Doch auch er scheiterte an der Fertigstellung. Friedl von der Wartburg (Friedhort) übernahm dann das Gesammelte und bearbeitete es. Seine Burgfrau Steffi schrieb das ganze Material neu und vervollständigte es musikalisch. Auf dem Großordens-Convent zue Arnstadt 1907 legte er die fertige Arbeit vor und schenkte sie dem ADRO. Bei genauere Durchsicht stellte sich heraus, dass das Werk den Ansprüchen nicht genügte, weil viele Bünde fehlten. Die Lieder schrieb Wartburg ab, da sie zu fehlerhaft waren. Dazu kamen die von den Komponisten noch nicht freigegebenen Melodien. So blieb es
↑ Parzival von Pelrapere, profan Felix Lederer-Prina vorbehal- ten, das Notenbuch selbst neu zu schreiben und zu gestalten. Einen Herausgeber zu finden, scheiterte an den Herstellungskosten. Pelrapere musste sich bei den Kosten sehr einschränken, da man im Ritterreich bereits von einer Ausgabe Parzival sprach. Noch viele Fehler, ungeschickte Reime, falsche Verse und überarbei- tungsbedürftige Weisen wurden von Pelrapere in mühevoller Kleinarbeit ausgemerzt. Auch die Notenausgabe wurde von ihm redigiert. Das Mitternachtslied „Kündet der Glocke Mund ...“ wurde in das Liederbuch aufgenommen. Den Text ver- fasste Pater Peccavi, und die Melodie dazu gestaltete Pelrapere nach der Volksweise „Ach wie ist’s möglich dann“, ursprünglicher Text: Helmina von Chézy auf der Grundlage eines älteren Volksliedes, Melodie: Friedrich Wilhelm Kücken.. Die künstlerische Gestaltung der Klavierausgabe hat Walthari von Aquitanien, profan Kurt Winterhalter, Ritter des Ordens zum heiligen Gral zu Berolina, übernommen. In dem Ritterliederbuch sind Wappen unter anderem auch von alten, nicht mehr existierenden Bünden mit ihren Wahlsprüchen dargestellt. Eine historische Fundgrube für alle, die sich mit der Geschichte der Ritterbünde befassen. Besonders hervorzuheben sind die Darstellung aus dem Ritterlichen Leben - sei es die Humpenkreisung, die Heimkehr, der Aufbruch zum Kreuzzug, der Ritterschlag, festliche Tafel mit Burgfrauen, Frauenlob, Montsalvage, die Burg des hl. Gral, das Abschiednehmen von einem Freund auf der Bahre und der Einritt in Walhall. Ohne den Texten, Weisen, Wappen und Stichen wäre die Geschichte des Ritterbundes um sehr vieles ärmer. Im Mai 1908 erschien endlich die erste Auflage, die heute nur sehr selten vorhanden ist. Laut KVK/WorldCat ist es nur in zwei Bibliotheken (Deutsches Volksliedarchiv, Freiburg i. Br.; SUB Göttingen) weltweit nachweisbar. Die zweite Auflage von 1932 wurde stark verändert, viele heitere Klänge machten ernsteren Liedern Platz, ein Teil der Lieder verschwand komplett, die Ausstattung wurde sehr schlicht gehalten. Es enthält insgesamt 360 Lieder. Die Lieder des Ordens der Ritter vom heiligen Gral auf Burg Montsalvatsch zu Berlin (Gralslieder) wurden komplett gestrichen, da sie allein über ein Drittel des gesamten Buches ausgemacht hätten. Außerdem verfügten diese Lieder durchweg über eigene Melodien und konnten von anderen Bündnissen daher gar nicht gesungen werden. Besonders interessant ist, dass sich z.B. unter den neun Liedern des
↑ Bundes der Karolusritter (Carolus-Ritter) zu Bremerhaven gleich drei originale Schlaraffenklänge mit nur leicht geändertem Text befinden (hier leider ohne Quellenangaben): Eröffnungslied – Abendlied (Schlaraffia) Hallo dem obersten Lehnsherrn – Lulu Praga (Schlaraffia) Abschied der Ritter – Sippungsschlusslied (Schlaraffia) Eine weitere Kopie von Lulu Praga findet man unter den Liedern des Bundes der Uhuritter zu Hamburg. Es heißt hier „Hallo dem Mutterbund“, hier sogar mit der Angabe: Worte von R.Quell der Gemälzte. Darüber hinaus könnte man einige originale Ritterbund-Lieder ohne oder nur mit minimalen Textänderungen auch als Schlaraffenklänge singen. Zwei vorliegende Ausgaben: 1. Allgemeines Ritter-Liederbuches. Unter Benutzung der grundlegenden Vorarbeiten des Grafen Quell, Siegfrieds von Drachenfels, Friedls von Wartburg im Auftrage des Deutschen Ritterbundes neubearbeitet und herausgegeben (= 2. veränderte Auflage) von Parzival von Pelrapere (profan Felix Lederer-Prina), Verlag: Berlin, Immich für den Verlag des Deutschen Ritterbundes, 1932, 496 S. 2. Ritter – Liederbuch, Ausgabe ohne Verlagsangaben aus den Ende 1950ern / Anfang 60ern umfasst in einem Heft in A5-Format 68 Lieder, die in verschiedene Gruppen untergliedert sind: Strenges Kapitel und Festkapitelum (31) Knappenweihe, Ritterschlag, Wiegenfest, Mitternachtsweihe (9) Zum ritterlichen Turney (2) Burgfrauen Ehrung (10) Sippung, Gaudium, Fidelitas (16)