Beschreibung
Hauff, Wilhelm
Titel: Lichtenstein
Reych: Nr. 11 Stutgardia (Stuttgart)
Geb.: 29.11.1802 in Stuttgart
Gest.: 18.11.1827 ebenda
Volltext
deutscher Dichter und Schriftsteller Obwohl ihm nur 25 Lebensjahre vergönnt waren, ist uns Wilhelm Hauff noch in bester Erinnerung mit seinen Märchen, der Geschichte vom Kalif Storch, dem Gespensterschiff, vom kleinen Muck und dem Zwerg Nase. Sein Vater war Beamter, der ebenfalls früh verstarb. Seine Mutter zog mit ihm nach Tübingen, wo er die Lateinschule besuchte bevor er auf die Klosterschule nach Blaubeuren geschickt wurde. Ab 1820 lebte er wieder in Tübingen als lebenslustiger und aktiver Student in einer Burschenschaft. Nach seinem Theologiestudium wurde er zunächst Hauslehrer und begann schon in dieser Zeit seine schriftstellerische Tätigkeit. 1825, nach Aufgabe der Hauslehrerstelle widmete er sich nun voll und ganz der Schriftstellerei. Er schrieb den Roman „Der Mann im Mond", die satirischen „Mitteilungen aus den Memoiren des Satans", „Lichtenstein, den ersten deutschen historischen Roman aus der Zeit Herzog Ulrichs von Württemberg, der mit dem süddeutschen Städtebund in Fehde lebte und vertrieben wurde, und einen „Märchenalmanach“ in 3 Folgen binnen kürzester Zeit, als ob er die ihm verbleibende kurze Zeitspanne geahnt hätte. Der Märchenalmanach war eine der glücklichsten Nachahmungen Walther Scotts. Daneben schrieb er noch eine Reihe von , Novellen, wie „Bettlerin von Pont des Arts", „Das Bild des Kaisers" und „Jud Süß". Nicht zu vergessen die aufregende Räuberballade vom „Wirtshaus im Spessart", die 1957 von Kurt Hoffmann zu einer köstlichen Filmkomödie umgestaltet wurde. Von seinen Gedichten sind „Steh' ich in finstrer Mitternacht" und „Morgenrot, Morgenrot" zu Volksliedern geworden. Einige kurze Reisen nach Paris, Antwerpen, Berlin, Leipzig und Dresden waren die einzigen Unterbrechungen in seinem Schaffen, bevor er anfangs 1827 Schriftleiter des Cotta'schen „Morgenblattes“ in Stuttgart wurde. Zur gleichen Zeit hatte Hauff seine Base Luise geheiratet, die ihm im November des gleichen Jahres eine Tochter schenkte. Nur 8 Tage nach deren Geburt starb Hauff an einer fiebrigen Erkältung. Sein Bruder Hermann, der Arzt war, vermochte ihn nicht zu retten. Kurz vor seinem Tode soll Wilhelm Hauff gesagt haben: "25 Jahre, ein braves liebes Weib, die schönsten Aussichten und nun alles vorbei". Hauffs Grab auf dem Stuttgarter Hoppenlau-Friedhof wurde mit einem Felsbrocken vom Lichtenstein ausgestattet. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt