Beschreibung
Haydn, Josef Dr. h.c.
Titel: Schöpfer
Reych: Nr. 231 Ferrostadia (Eisenstadt)
Geb.: 31.03.1732 in Rohrau
Gest.: 31.05.1809 in Gumpendorf
Volltext
österreichischer Komponist „Ich danke meinem Vater noch im Grabe, dass er mich zu so vielerlei angehalten hat, wenn ich auch mehr Prügel als zu essen bekam" sagte Haydn von sich selbst und seinem Vater, der ein einfacher Wagnermeister war. Vom 8. bis zum 17. Lebensjahr sang er als Chorknabe im Stephansdom in Wien. Nach dem Stimmbruch bekam er dank der Gnade eines Wiener Bürgers ein altes wurmstichiges Klavier zum Üben geschenkt und so bildete er sich anfänglich selbst, später bei Porpora aus. Zehn Jahre schlug er sich als Klavierlehrer, Tanzbodengeiger, Gelegenheitsmusiker und als Organist in der Karmeliterkirche der Leopoldvorstadt durch. 1759 wurde er Musikdirektor beim Grafen Morzin auf Schloss Lukawitz bei Pilsen, trat 1761 eine Lebensstellung an der Spitze der Hauskapelle beim Fürsten Esterhazy in Eisenstadt an. Für diese schrieb er eine Reihe von Sinfonien und Quartetten und für das Privattheater seines Brotherren von 1762-84 ein Dutzend Opern in italienischer Sprache teils ernsten, teils heiteren Charakters, wie z. B. „Der Apotheker" und „Die Welt auf dem Monde". Erwähnenswert ist der Versuch einer Marionettenoper, die Haydn später zu einem deutschen Singspiel „Philemon und Baucis" nach einem Text von K.G. Pfeffel umarbeitete. Durch sein Oratorium „Sieben Worte des Erlösers am Kreuze" erwarb er sich großen Ruhm (1785). 1790/92 und 1794/95 unternahm er recht erfolgreiche Reisen nach London, wo er zum gefeierten Meister seiner Zeit heranwuchs und in Oxford die Ehrendoktorwürde empfing. Wieder in Wien kann er die Anfänge seines Schülers Beethoven aber auch den frühen Tod Mozarts erleben. Haydn gehört zu dem durch ihn, Mozart und Beethoven gebildeten Triumvirat, das hauptsächlich für das Fach der Sinfonien und Quartette schöpferisch tätig war. In Wien schrieb er die „Schöpfung", uraufgeführt am 29.04.1798 und die „Jahreszeiten“, uraufgeführt am 24.04.1807, die seinen unsterblichen Ruhm sicherten. Die Zahl seiner Kompositionen ist außerordentlich groß. Unerschöpflich im Erfinden und in gefälligen Ausführungen, führte er seine Instrumentalmusik in eine neue Epoche. 24 kleine Opern, 125 Sinfonien, 20 Klavierkonzerte, 35 Instrumentalkonzerte, 77 Streichquartette, 14 Messen sind Zeugen seines künstlerischen Wirkens. Die Melodie zu der Kaiserhymne „Gott erhalte Franz, den Kaiser" sowie zur Deutschen Nationalhymne entstammen dem „Kaiserquartett“. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt