Beschreibung
Dvorák, Antonin
Titel: Humoreský
Reych: Nr. 29 Asciburgia (Aschaffenburg)
Geb.: 08.09.1841 in Nelahozeves
Gest.: 01.05.1904 in Prag
Volltext
böhmischer Komponist Musikalische Grundlagen erhielt Dvorák als Chorknabe und Geiger in Tanzkapellen. 1857 übersiedelte er nach Prag und wurde in die Organistenschule des Prager Konservatoriums aufgenommen. Später spielte er als Bratscher u.a. in der Kapelle von K. Komzak (1862 – 1873) und 1866 – 71 im Orchester des tschechischen Prager Interimstheaters unter Friedrich Smetana. Thomé (w. Rt. Karl II.) war 1866 als letzter Direktor der ungeteilten Prager Bühnen vom Schauplatz der Prager Bühnenführung abgetreten. Für die ersten Werke Dvoráks waren Mozart und Beethoven wegweisend. Der Hymnus „Die Erben des Weißen Berges“ für Chor und Orchester, op. 30 (1872) brachten ihm nicht nur Anerkennung, sondern auch eine ständige Organistenstelle ein, so dass er 1873 mit der Altistin A. Cermak einen Hausstand gründen konnte. In den Jahren 1874 – 78 bekam Dvorák auf Anregung von Brahms ein österreichisches Staatsstipendium. Der Weltruhm Dvoráks setzte mit der „Stabat Mater“ in London (1883) und New York (1884) ein. Dvorák wurde durch Brahms dem Verleger Simrock empfohlen. Dieser Verlag erschloss Dvorák die volle Anerkennung der europäischen und amerikanischen Musikgebiete. 1890 wurde Dvorák Professor am Konservatorium zu Prag, ließ sich 1892 – 95 nach New York als Leiter des National Conservatory beurlauben und setzte 1895 seine Lehrtätigkeit am Prager Konservatorium fort, dessen Direktor er seit 1901 war. Dvorák schuf zwischen 1855 und 1903 mehr als 200 Kompositionen. Ungewöhnlich dabei ist die Vielfältigkeit der Gattungen. Sie reicht vom schlichten Volkslied bis hin zu großen symphonischen Werken. Ebenso umfangreich war Dvoráks Schaffen auf dem Gebiet der Kammermusik. Dvorák ist einer der bekanntesten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Seine Frömmigkeit kommt in seinen Adagio-Sätzen zum Ausdruck, seine Fröhlichkeit und Heiterkeit in seinen Scherzi und den Slavischen Tänzen. Mit seinen Oratorien, Instrumentalkonzerten und Balladen schuf er neue Formen in der tschechischen Musik. Dvorák ist ein geborener Melodiker, wie die Themen seiner Vokal-, noch mehr aber seiner Instrumentalwerke bezeugen. Dvoráks Musik zeichnet sich aus durch eine „himmlische Natürlichkeit“ (Eduard Hanslick), durch Frische und Vitalität. Seine Instrumentationen sind mit allen Finessen und Klangfarben versehen. Dvorák besaß eine starke Liebe zu Natur und Landleben. Er liebte die Tanzformen: den Furiant, die Dumka, die Polka, den Antonin Dvorák hinterließ eine noble Musik. Jeder fühlende Mensch kann sie verstehen. Die Werke strahlen die tiefe Verbundenheit zu seinem Vaterland, zu seiner Heimat aus, der er sich zutiefst verpflichtet fühlt. Den Kenner entzückt darüber hinaus der Farbenreichtum der Instrumentation und die kunstvolle Behandlung des Orchesters. So verwundert es nicht, dass die bekanntesten Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts das Werk des „böhmischen Brahms“ von Prag aus in die ganze Welt hinausgetragen haben. Als er am 1. Mai 1904 in Prag starb, trauerte die Musikwelt um einen Meister, dessen langsames, schwer erkämpftes Reifen sowie eine an eigenen Werken überaus streng geübte Selbstkritik zeitlebens einen engeren Anschluss an Vorbilder verhinderten. Dem Komponisten Antonin Dvorák war es gelungen, das Kolorit der slawisch-böhmischen Volksmusik sinfonisch zu verarbeiten und den tschechischen Nationalstil des 19. Jahrhunderts aus gattungsbedingter und ethnischer Enge zur europäischen und schließlich zur Weltgeltung zu (Text (gekürzt): Rt. Tonio (29))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt