Reych Nr. 386

Ende, Michael

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Ende, Michael
Titel: Jim Knopf
Reych: Nr. 386 Am Hellenstein (Heidenheim)
Geb.: 12.11.1924 in Garmisch
Gest.: 28.08.1995 in Filderstadt

Volltext

Meister Hora 384 Ob der Isar deutscher Schriftsteller Immer wieder einmal tauchte im Sippungsgeschehen des alleweylen kunstsinnigen Reyches Am Hellenstein ein Gedicht oder ein Text des profanen Schriftstellers Michael Ende auf, was jeweils der Sassenschaft und dem Uhu ein heiter gelöstes Lächeln ins Antlitz zauberte. Irgendwann einmal war es daher nicht mehr unumgehbar, jenen wunderbaren Worteschmied und Geschichtenerzähler denen Schlaraffen noch besser bekannt zu machen und ihn qua Reychsbeschluss zum Ehrenschlaraffen des Hellenstein zu küren. Manche mögen den in der Gemarkung des edlen Reyches Am Werdenfels geborenen Literaten „nur“ als Verfasser unsterblicher Kinderbücher kennen, aber Ende hat auch Vieles und Wunderbares für sein erwachsenes Publikum geschrieben und gedichtet. Vom Opernlibretto bis zum Aphorismus, von der skurrilen Kurzgeschichte bis zum Drehbuch. Heute sind einige seiner Bücher in über 40 Sprachen übersetzt und viele Kinder auf diesem Globus kennen seine Figuren. Unser Freund, der in Ahall weilende Ritter Magoletto des schönen Reyches Augusta Vindelicorum (unser Großmütterlein) hat dazu nicht wenig beigetragen, denn seine Puppenspiel-Version des „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ gehört zu den absoluten Klassikern der Fernsehunterhaltung für Kinder und hat beiden ein Denkmal gesetzt. Endes von humanistischen Idealen getragenes Weltbild hat seither Millionen von kleinen und großen Leserherzen mit Licht und Wärme erfüllt. Die in seinen Büchern vermittelten Werte sind gerade uns Schlaraffen nur allzu bekannt: Wie Freundschaft alle Widrigkeiten überwinden kann (Lukas und Jim Knopf), wie rechtes Zuhören zur Grundlage toleranten Handelns gehört („Momo“), wie die Kraft der Kunst und der Phantasie unser inneres Nichts vertreiben kann („Die unendliche Geschichte“). All dies streben wir ja mit unserem Spiel auch an und wenn man „Humor“ nicht mit Witz verwechselt, sondern darunter eine hochentwickelte, verfeinerte, gelassene Haltung des Geistes sieht, dann könnte man darin sogar die Grundmotivation im Schreiben unseres ES sehen. Gleichwohl er auch mehr als oft einfach ungemein witzig war. Beispiel hierfür ist seine Gedichtessammlung „Der Trödelmarkt der Träume“, ein Karfunkelstein humorvoller Alltagspoesie, für mich eines der rostrageeignetsten Literaturwerke überhaupt. Ein Schlaraff, der diese herrliche kleine Kostbarkeit nicht in seinem Bücherschrank stehen hat, kann einem wahrlich leid tun. Aber auch in den Kurzgeschichten-Anthologien „Das Gefängnis der Freiheit“ oder „Der Spiegel im Spiegel“ zu blättern ist ein anregender, geistreicher Genuss. Viel zu früh, im Alter von nur 65 Jahren trat unser ES Jim Knopf, der Schöpfer Phántasiens und Klein- Lummerlands, der Erzeuger unsterblicher Kinderbuch-Figuren den Weg gen Ahall an. In der Profanei lebt er in seinen Büchern weiter, in den Burgen und den Unterschlupfen des Uhu aber wird er als ES des Hellenstein ebenfalls weiterhin Heiterkeit und Nachdenklichkeit verbreiten. Darauf einen „satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch“ mit Ehe und Lulu! (Text: Rt. Pocus (386))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt