Beschreibung
Perl, Karl Sigmund
Titel: Speer
Reych: Nr. 375 Castellum „Am schönen Bronnen“ (Wien)
Geb.: 03.03.1876 in Liezen, Steiermark
Gest.: 02.08.1965 in Wien
Volltext
österreichischer Bildhauer Weiland Sasse des H.R. Castellum „Am schönen Bronnen“ Die Familie Perl wohnte im stattlichen Schloss Grafenegg an der Nordseite des Ennstales bei Liezen. Karls frühe Kindheit war ländlich-idyllisch geprägt. Karl entdeckte, dass er mit seinem Fingernagel in das weiche Holz des Fensterbrettes Ornamente drücken konnte. Daraufhin kaufte er sich einen Taschenfeitel und begann systematisch das Fensterbrett mit Schnitzereien zu dekorieren – was bei seinem Vater mit einem Schulterzucken abgetan wurde. Da Karl immer wieder Holzgegenstände mit ornamentalen Schnitzereien verziert hatte, beschloss seine Mutter, ihn in die damals berühmte Holzschnitzschule in Wallachisch-Mesertisch, Mähren, zu Nach Abschluss der Schule inskribierte er, nun bereits 19 Jahre alt, in Graz die dortige Kunstgewerbeschule, suchte jedoch alsbald an der Akademie der Bildenden Künste Wien um Aufnahme an und trat 1886 als ordentlicher Student in die Akademie ein. In der Folge entstanden eine Reihe von Statuetten in Bronze u. a. von seinem Onkel und auch von Frau Anna Sacher, Inhaberin des Hotels Sacher. 1902 erhielt Karl Perl für den Entwurf seiner Großplastik „Tröstung“ den Preleuthner-Preis und erhielt im selben Jahr ein Stipendium, welches ihm einen dreijährigen Aufenthalt in Italien und eine Reise nach Gdansk ermöglichte. Er unternahm Reisen nach Neapel, Florenz und oft nach Capri und schuf eine große Anzahl von Büsten, Reliefs und verschiedenen Kleinplastiken für private Auftraggeber. 1902 erhielt Karl Perl zwei Preise für seine Medaillen „Wiener Blut“ und „Jagd“ und einen Preis für seine Plakette „Till Eulenspiegel“. Nach seiner Rückkehr nach Wien 1911 erhielt Perl die Goldene Staatsmedaille für seine Plaketten und wurde Mitglied der Gesellschaft der Bildenden Künstler Wiens (Mitglied des Künstlerhauses). 1914 erhielt Karl Perl anlässlich der 39. Jahresausstellung des Künstlerhauses den Nikolaus-Dumba- Ehrenpreis für seine Großplastik „Qual“. Während des Ersten Weltkrieges wurde Karl Perl eingezeogen und war im künstlerischen Beirat der Kriegsgräber-Inspektion in Przemysl eingesetzt. Im Jahr 1918 erhielt Karl Perl noch zwei Preise für seine Serie „Tiere von Schönbrunn. Im selben Jahr kaufte auch das Heeresgeschichtliche Museum eine größere Anzahl seiner Bronze-Medaillen. 1922 heiratete er die hochbegabte Malerin Olga Jellinek. In den folgenden Jahren schuf Karl Perl eine größere Anzahl von Großplastiken für verschiedene Grabdenkmäler. Es verging kaum ein Jahr, in dem Karl Perl für seine Entwürfe nicht mit einem Preis ausgezeichnet worden wäre. Karl Perl konnte auch während der Zeit 1938–1945 eine Reihe von Aufträgen ausführen, die ebenfalls mit Preisen ausgezeichnet wurden. Anlässlich seines 70. Geburtstages 1946 wurde Karl Perl der „Goldene Lorbeer“ des Künstlerhauses Am 13. Dezember 1948 starb Olga Perl an den Folgen ihrer Nervenkrankheit und Karl schuf für ihr Grab das Grabmal „Trauernde Muse“. Am 2. August 1965 verstarb Karl Perl in seinem 90. Lebensjahr. (Text (gekürzt): Rt. Lerari (375))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt