Beschreibung
Rischar, Siegfried
Titel: Don Rischote
Reych: Nr. 29 Asciburgia (Aschaffenburg)
Geb.: 22.08.1924 in Aschaffenburg
Gest.: 09.10.2009 in Aschaffenburg
Volltext
deutscher Maler weiland Sasse des h.R. Asciburgia Nach Kriegsdienst und Rückkehr aus der Gefangenschaft begann Siegfried Rischar 1947 das Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main als Schüler des dortigen Professors Wilhelm Heise. Als Gebrauchsgraphiker und Chefdekorateur konnte er sich wirtschaftliche Grundlagen legen, bevor er sich 1958 als freischaffender Künstler selbstständig machte. Nun ging es steil aufwärts: Neben den vielen Aschaffenburger Mäzenen und Förderern, darunter die Kunsthistoriker der Museen, waren es vor allem vier Persönlichkeiten, die die Entwicklung Rischars entscheidend gefördert haben: der Fernsehjournalist Heinz Dieckmann, der seit 1967 über ihn berichtete, der Berliner Galerist Ben Wargin, der ihn seit 1971 in seine Ausstellungen aufnahm und zu seinen Weltbäumen I und II inspirierte, der New Yorker Konsul Günter Habelt, der 1968 Siegfried Rischar einen längeren Aufenthalt im Big Apple ermöglichte und der habilitierte Germanist Dr. Günther Mahal, Gründer und Leiter des Faustmuseums in Knittlingen/BW, der das Werk Rischars literarisch untermauert hat. Auf Griechenlandreisen entdeckte Rischar die Mythologie als ständiges Thema. Es entstanden die „Metamorphosen“, in denen uns der Künstler in Anlehnung an Ovid die Vielgestaltigkeit der Welt und ihre Verwandlungen vor Augen stellt. 1982/83 entstehen 24 Pastellkreidebilder zur „Winterreise“, die in Weiß- und Grautönen auf düsterem Grün eine melancholische Stimmung wiedergeben. Ein Kulminationspunkt war für Siegfried Rischar zweifellos der Auftrag der Landeszentralbank Hessen, für die er von 1984 bis 1987 zwei Wandfriese schuf, die in acht Ölbildern Szenen aus Goethes „Faust II“ darstellen. Die Vielfalt der Aspekte wird noch erweitert durch die Farbstiftzeichnungen, die voll von angedeuteter Erotik sind, aber auch Fausts Ende zeigen, den gestürzten, mit dem Kopf nach unten liegenden Heros, über dem die geborstene Sonne wie ein Menetekel steht. Der Uhu aber, Vogel der Weisheit, sitzt voll Gleichmut und überlegener Ruhe als tröstliches Zeichen dabei. Im Jahr 2001 wird Siegfried Rischar mit dem Kulturpreis seiner Heimatstadt Aschaffenburg „für die Förderung der Bedeutung Aschaffenburgs als Kulturstadt“ geehrt. Es wundert nicht, dass auch die Berliner Mauer, die Katastrophe des 11. September 2001 und der Golfkrieg, überhaupt Krieg, Frieden und Versöhnung, für Siegfried Rischar wichtige Anliegen werden. Rt. Don Rischote wurde erst im gesetzten Alter Mitglied der Schlaraffia. Was er seiner Asciburgia alles an Schönem und Wertvollem geschenkt hat, lässt sich kaum vollständig aufzählen. Bei jeder Sippung vor Augen steht uns sein großartiges Wandgemälde, das die Flächen gegenüber dem Thron schmückt. In stetem Fluss zieht das schlaraffische Spiel an unseren Blicken vorbei und immer wieder leuchtet die Devise „In arte voluptas“ auf. Ein besonderes Kleinod sind die Schmierbücher, die er über viele Jahrungen gestaltete. Er wird für immer einer der Unseren bleiben und seine warme Menschlichkeit, seine Künstlerseele und sein Genius werden für alle Zeit unsere Burg und unsere Herzen erfüllen. (Text: Rt. NotArtus (29), DSZ 3/153, gekürzt)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt