Reych Nr. 91

Petöfi, Sàndor

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Petöfi, Sàndor
Titel: Alexander
Reych: Nr. 91 Posonium (Pressburg)
Geb.: 01.01.1823 in Kiskoros
Gest.: 31.07.1849 bei Schäßburg

Volltext

ungarischer Dichter Sàndor Petöfi ist der ungarische Dichter, den man in allen Ländern kennt. Er ist der ungarische Liebling der Götter, die ihm alles gaben, damit er ein großer Dichter werde, Talent, Historie, Schicksal. Er lebte nur 26 Jahre und hinterließ ein Lebenswerk, das eine Zeitwende in der ungarischen Literatur bedeutete. Der Dichter der Freiheit und der Liebe, des Glaubens an das Leben fiel auf dem Schlachtfeld als freiwilliger Kämpfer für die Freiheit. Er kam, als die Zeit reif dafür war und er kam dorthin, wohin der Dichter der Volksstimme und der Revolution hinkommen musste. Seine Familie war nicht mehr bäuerlich und noch nicht bürgerlich, sein Vater war slowakischer Abstammung und hieß Petrovics, seine Mutter Maria Hruz. Die beiden wollten ungarisch werden, da der Weg zum bürgerlichen Aufstieg am sichersten über das Ungarntum führte. Der Vater betrieb in verschiedenen Dörfern und Marktflecken des Tieflands Schankwirtschaften, war Pächter und Schlächter. Er wünschte dem Erstgeborenen, in eine höhere Schicht aufzusteigen. Der junge Petöfi, der diesen selbstgemachten ungarischen Namen zur Zeit seiner ersten dichterischen Erfolge annahm, hatte reichlich Gelegenheit, soziale Erfahrungen zu sammeln. In seinen ganz jungen Jahren gab es drei oder vier Jahre voller unvorstellbarer Verworrenheit. Er war Statist und Hausdiener beim Pester Nationaltheater, ging dann freiwillig zum Militär. Da seine schwache Konstitution dem Dienst nicht gewachsen war, wurde er auf Antrag eines wohlmeinenden Militärarztes aus der Armee entlassen. Mit Hilfe wohlhabender Freunde und Verwandter kam er wieder zur Schule, lief wieder den Schauspielern nach, wurde Kopist in einer Preßburger Zeitungsredaktion, Romanübersetzer in Pest, dann wieder Schauspieler, bereiste als solcher die östliche Hälfte des Landes und verbrachte einen Winter krank und mittellos in Debrecen. Von dort ging er zu Fuß nach Pest, um auch den Norden des Landes kennen zu lernen. 1844 bekam er eine Anstellung als Hilfsredakteur bei einem Wochenblatt. Von da an verdiente er sich sein Geld als Schriftsteller und schon zwei Jahre später wurde sein Name unter den Besten genannt. Petöfi veröffentlichte treffliche Schlachtlieder, berühmt aber wurde er durch das Märchenepos „Held Janos", durch den Roman „Der Strick des Henkers", das Drama „Tiger und Hyäne'' und seine zahlreichen, zum Teil lyrischen Gedichte. Seine Dichtungen spiegeln am treuesten die ungarische Volksseele wieder. 1846 heiratete er trotz väterlichen Widerstandes Julia von Scendrey, die Tochter eines Adeligen. Fast alle seine Werke wurden ins Deutsche übersetzt. Während des Freiheitskrieges meldete er sich freiwillig zur Armee, wurde Adjutant des ruhmreichen Generals Bem. Petöfi fiel wahrscheinlich in der Schlacht bei Segesvar. Sein Grab konnte bis heute nicht ermittelt werden. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt