Schlaraffia

Unbekannt ·Geschichte

Beschreibung

1. Name einer Utopie von Ludwig ↑ Kalisch (1844) und Namensgeber des Bundes Schlaraffia. 2.Eine am 10. Oktober 1859 in Prag gegründete weltweite deutschsprachige Vereinigung zur Pflege von Freundschaft, Kunst und Humor. Das Wort „Schlaraffe“ soll vom mittelhochdeutschen Wort slur affe abgeleitet sei

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1. Name einer Utopie von Ludwig ↑ Kalisch (1844) und Namensgeber des Bundes Schlaraffia. 2.Eine am 10. Oktober 1859 in Prag gegründete weltweite deutschsprachige Vereinigung zur Pflege von Freundschaft, Kunst und Humor. Das Wort „Schlaraffe“ soll vom mittelhochdeutschen Wort slur affe abgeleitet sein, was damals so viel hieß wie „sorgloser Genießer“. Der Wahlspruch der Vereinigung lautet „In arte voluptas“ (etwa: in der Kunst liegt Vergnügen / Lust). Der Begriff „Schlaraffia“ ist durch den „Allschlaraffenrat“ (Vorstand des weltweiten Verbandes „Allschlaraffia“) markenrechtlich geschützt worden. Zu anderen Markennamen, die den Begriff Schlaraffia enthalten – etwa Schlaraffia-Matratzen – gibt es keinen Bezug. Eine Verbindung zur Freimaurerei besteht nicht, auch von Service-Clubs, wie etwa Lions Club oder Rotary International, zu studentischen Verbindungen oder zu Karnevalsvereinen und ähnlichen Vereinigungen grenzen sich Schlaraffen deutlich ab. In der Zeit des Nationalsozialismus sowie später unter der Regierung der DDR mussten viele örtlichen Gruppen („Reyche“) zwangsweise den Vereinsbetrieb einstellen und konnten nur in sehr vereinzelten Fällen durch geheime Treffen in sicherer Umgebung (meist Privatwohnungen) diese Zeiten überstehen. Durch die Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 kam es in der Bundesrepublik zu vielen Neugründungen.“ (wikipedia.org) Es folgen Schilderungen der Gründung aus schlaraffischen Archiven: „Prag hatte im 19.Jh den Ruf einer Kunststadt ersten Ranges. Hier entfaltete sich reges künstlerisches und geistiges Leben. Einer dieser Sammelpunkte wurde die Kunst- und Künstlervereinigung ↑ Arcadia. Ein berühmtes Mitglied dieses Clubs war Franz Thomé, gebürtiger Wiener Schauspieler und ab 1858 Direktor des Prager Ständetheaters. 1859 der Arcadia beigetreten verließ er diese Vereinigung schon nach kurzer Zeit, da ihn das aufkeimende Protzentum und die Überheblichkeit des Vereinsvorstandes gegenüber der ärmeren Bevölkerungsschicht zutiefst entrüstete. Mit weiteren Gefolgsleuten, die der Arcadia den Rücken kehrten, wandte er sich einer Prager Vereinigung von Künstlern und Kunstfreunden zu, die sich allabendlich in Freund’s Restauration, Ecke der Wassergasse und Grube, zum zwanglosen Beisammensein trafen und mit künstlerischer Genialität und jugendlichem Übermut den Frohsinn lebte. Man gab sich aus Protest und Trotz gegen die Arcadier den Namen „Proletarier-Club“. Dieser Club war die Wiege der Schlaraffia.“ So etwa schildert es Rt Drasal vom Glockenturm (Schauspieler Albert Maertens, Wappen- und Adelsmarschall sowie Archivar der Allmutter Praga) in seiner 1898 erschienenen „Chronica allschlaraffiae“ eher nach dem Hörensagen, da gesicherte schriftliche und authentische Unterlagen fehlen. Die Verfasser der „Chronik des Verbandes Allschglaraffia, Band 1, 1959“ gehen dann auch freundlich mit Rt Drasal ins Gericht und versuchen, einige Dinge zu relativieren und die verschiedenen Quellen und Aussagen der damals Beteiligten zu ordnen und zu synchronisieren. Dies gelingt allerdings nicht in vollem Umfang. 3. ↑ Schlaraffia Prag 1861 4. Markenname der Firma Recticel Schlafkomfort GmbH mit Sitz in Bochum. Sie vertreibt unter dieser ausschließlich in Deutschland genutzten Marke Matratzen und Bettgestelle. Das Mutterunternehmen Recticel ist ein belgischer börsennotierter Hersteller von Produkten aus Polyurethanschaum (Weichschaum, Bettwaren, Bauisolierungen, Automobilbereich). Die Firma wurde 1778 von Jan-Frans Cooppal gegründet und produzierte anfangs Sprengstoff. Ab 1952 wechselte man zur Polyurethane-Herstellung unter Lizenz von Bayer. 2008 hatte Recticel mit über 11.000 Mitarbeitern in 27 Ländern, die vor allem in Europa beschäftigt waren, 1,555 Milliarden Euro Umsatz. Heute sind es noch ca. 7500 Mitarbeiter. Die Geschichte von Schlaraffia startet Anfang des 20. Jahrhunderts, als Schlaraffia die erste Federkernmatratze auf den Markt bringt. Das war damals eine absolute Neuheit, weil es zuvor nur Matratzen gefüllt mit weichen Pflanzenfasern oder Federn gab. Ein spektakulärer Meilenstein war auch der Belastungstest 1930. Mit einer zehn Tonnen schweren Dampfwalze wurde eine Schlaraffia Matratze überrollt – und hielt dieser extremen Belastung stand.
Quelle: Lulupedia Import