Ritterbünde heute Ritterbund Rosenburg zue Vindobona. Wahlspruch: Fröhlich sei der Ritterbund, fehdefrei die Tafelrund! Am Beispiel dieses Ritterbundes soll sein langes Bestehen etwas detaillierter aufgezeigt werden. „Gegründet am 19. Weinmond 1895 im damaligen Gasthof „Zur Sense“, Ecke Währingerstraße – Sensengasse in Wien von fünf Recken des „Ritterbundes zur Mitternacht“, Wien. Ritterbünde gab es in Vindobona und Umgebung bereits seit dem Jahre 1790, im Jahr 1895 zählte man zwanzig. Die profanen Namen der fünf: Gustav Ritter von Henriquez, Hans Hönk, Hans Brenda, Bela von Oesz und Egon Baron von Troja. Am 15. Nebelmond 1895 fand das konstituierende Festkapitel statt. Bei diesem wurde
↑ Udo von Hartensteyn zum Großmeyster erklärt. Die weiteren Recken waren: Hans von der Wildburg, Hans von Brenensteyn, Ezel von Hunnien, und Egon von Scharfenberg. Pate stand der Großkomptur Götz v. Bärenklau vom Ritterbund zur Mitternacht. Noch am selben Abend gab es acht Anmeldungen für diesen neuen Ritterbund. Bereits am 7. Eismond 1896 fand unter starker Anteilnahme der Ritterschaften Zur Mitternacht und des Silbernen Sternes das 1.Stiftungsfestkapitel statt. Bei diesem Festkapitel erfolgte auch die Inthronisation des Udo von Hartensteyn zum 1. Großmeyster des Ritterbundes Rosenburg. Der feierliche Akt wurde vom Großmeyster des Ritterordens „Zur Mitternacht“ Richard v. Löwenherz durchgeführt. Am 26.Julmond (Dezember) 1906 wurde Udo von Hartenstein vom Obrist Lehensherrn nach Walhall in den großen Kapitelsaal abberufen. So wurde am 3. Eismond 1907 der verwaiste Thron an Alois von Treuenfels übergeben. Er war einer jener Männer, welche beim ersten Kapitel der Rosenburg beigetreten waren. Die feierliche Inthronisation fand am 22. Ostermond statt An diesem Tag stiftete er den Patronatsorden, also den Leopoldsorden, welcher dem Schutzpatron, dem hl. Leopold geweiht wurde. Diese hochherzige Stiftung ist noch heute eine geschätzte Auszeichnung. Doch schon im Christmond der Jahrung 1907 erfuhr Alois von Treuenfels von seiner unheilbaren Krankheit. Beim Generalkapitel am 17. Lenzmond 1908 legte er daher die Würde als Großmeyster nieder und wurde zum Ehrengroßmeyster ernannt. Am selben Generalkapitel wurde Kunz von Unkensteyn zum 3. Großmeyster der Rosenburg gewählt. Alois von Treuenfels wurde im Weinmond 1907 im 56. Lebensjahr nach Walhalla abberufen. Mit Kunz von Unkensteyn, der noch von Udo von Hartensteyn zum Ritter geschlagen wurde, kam wieder eine starke Persönlichkeit auf den Rosenburger Thron. Bei seiner Inthronisation am 14. Tage im Ostermond der Jahrung 1908 war er gerade 37 Jahre alt. Er stiftete das Rosenburger Banner, verfasste den Burg- und Bannfrieden und die Recken bekamen einen Habit. Außerdem gründete er den „Unkensteynfond“, um bedürftige Recken, während und nach der Kriegszeit, unter die Arme greifen zu können. Nach jahrelangen Bemühen, gelang es auch, eine eigene Burg in der Gentzgasse zu erwerben. Im Herbstmond des Jahres 1924 musste Kunz von Unkensteyn wegen schwerer Krankheit Auszeit von der Rosenburg nehmen, und er sollte nicht mehr zurückkehren, denn am 20. im Christmond wird er, im 54. Lebensjahr, nach Walhalla abberufen. Mit Botho von Forchtensteyn wurde ein neuer Großmeyster gewählt, der die Rosenburger Ritterschaft, getreu seinen Vorgängern, weiterführen sollte. Doch auch seine Zeit der Erdenfahre sollte nur kurz bemessen sein, und so wurde er bereits am 1. Tage im Wonnemond 1928 nach Walhalla abberufen. Schwierige Verhältnisse bedrückten damals die Gemüter. Doch gelang es, dem neu gewählten Großmeyster, Reginald von Eysgarn, dank seines liebenswürdigen, echt wienerischen Wesens, im Nu alle Sassenherzen zu erobern und mit Tatkraft den herrschenden Schwierigkeiten Herr zu werden. Nach den politischen Veränderungen wurde um den weiteren Bestand des Bundes gefürchtet. In Deutschland hatten sich die Ritterbünde bereits 1933 freiwillig auflösen müssen. Aus den Chroniken der Rosenburg geht jedoch hervor, dass die Kapitel, wie gewohnt weitergeführt wurden und auch die geänderte politische Situation nichts am ritterlichen Geiste änderte. Nur die Auswirkungen dieses fürchterlichen, Krieges waren auch auf der Burg und bei den Recken spürbar. Ein Jahresbuch über die Tätigkeiten des Bundes musste geführt, und den Behörden abgegeben werden. Reginald von Eysgarn, in der Zwischenzeit auch Landmeyster, hatte manch schwierige Verhandlungen bei den Behörden zu führen, um das „Tun und Treiben“ auf der Rosenburg zu rechtfertigen und aufrecht zu erhalten. Und so konnte man noch 1940 das 45. Stiftungsfestkapitel in ritterlicher Weise abhalten. Zwar nur mehr mit 17 Recken, vor Kriegsbeginn waren es rund 30, und unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen, wie Verdunkelung und Achtung auf Bombensirenen. Es folgten noch 8 Kapitel, ehe die „Rosenburg“ im Herbst 1943 zerbombt und in „Schutt und Asche“ gelegt wurde. Reginald von Eysgarn und seinen letzten verbliebenen Getreuen ist es unter Einsatz ihres Lebens und vielleicht auch dem Glück des Tüchtigen zu verdanken, dass große Teile des Inventars und vor Allen das Archiv gerettet wurden., Der Krieg war zu Ende. Nicht nur ein Großteil der Stadt, sondern auch der Geist der „Rosenburg“, wie Romantik, Frohsinn, Treue, Ritterschaft und Gemeinschaft lag mit unter den Trümmern. Die Recken der Rosenburg mussten zunächst selbst all ihre eigenen, profanen Probleme lösen. Daher dauerte es eine geraume Zeit, bis durch den unermüdlichen Einsatz Reginalds von Eysgarn die Sehnsucht der wenig verbliebenen Sassen nach ritterlichen Tun und Treiben wieder wach gerufen wurde. Das Gasthaus Winninger, in der Martinstrasse nahm die „Rosenburg“ auf. Am 10. Tag im Nebelmond der Jährung 1951 war es dann endlich soweit. Das 1489. Kapitel in der Geschichte des „Ritterbundes Rosenburg“ konnte als „Wiederaufbaukapitel“ abgehalten werden. Der Großmeyster Reginald von Eysgarn durfte 7 verbliebene Recken begrüßen. Diese verbliebenen Recken kamen zum Teil mit ihren Burgfrauen und auch ein Fähnlein vom Grünen Humpen, den Greiffinsteynern und den Aggsteynern waren bei diesem denkwürdigen Kapitel anwesend. Neues Leben begann wieder auf der Rosenburg und so konnten im Jahre 1952 bereits 11 Knappen aufgenommen werden. Ab diesem Jahr sind auch die Burgfrauen bei allen Kapiteln der Rosenburg erwünscht. Der Höhepunkt der 50er Jahre war sicherlich das 60. Stiftungsfestkapitel, welches am 19. Nebelmond der Jährung 1955 im Festsaal der Gaststätte Krenn in der Gymnasiumstraße abgehalten wurde. Zu diesem Anlass wurde auch der noch heute bestehende Eysgarnorden, gestiftet. Am 25. Tage im Herbstmond 1960 wurde die neue „altehrwürdige Rosenburg“ mit einem glanzvollem Feste eröffnet. Rittersaal, Vorraum mit Kapelle, Küche, Garderobe und ein Rebsaftkeller. Die neue Rosenburg verzauberte alle. Sämtliche vindobonensische Ritterschaften, sowie auswärtige Bünde füllten den strahlenden Rittersaal, eine neue Ära der Rosenburg hatte begonnen. Ein großes Fest, leider zum letzten Mal unter Leitung des hochedlen Reginald von Eysgarn. Am 25. Tage im Taumond des Jahres 1961 wird er vom obersten Lehensherren nach Walhalla abberufen. Die Rosenburger Recken erwählten als ihren neuen Großmeyster den Kanzler Walthary von Styxensteyn. Er gehörte der Rosenburger Ritterschaft seit dem Jahre 1952 an, doch waren ihm nur 2 Jahre an der Spitze der Rosenburg vergönnt, den am 5. Tage im Wonnemond der Jahrung 1963 wurde er mit nur 53 Jahren überraschend nach Walhalla abberufen. Wieder war der Thron der Rosenburg verwaist. Doch bereits am 18. im Nebelmond fand unter großer Anteilnahme die Inthronisation des neu gewählten Großmeysters der Rosenburg, nämlich Volker von Geyersburg, statt. Im Jahre 1952 dem Bund beigetreten sollte er die Rosenburg die nächsten 42 Jahre als Großmeyster führen. Mit gar vielen Höhen, aber auch schwierigen Situationen. Er war ein Ritterbruder, der nicht nur von den ritterlichen Tugenden sprach, er lebte sie und hatte sie in sich. Treue, Zucht, Ehre, Höflichkeit, Würde, Güte, Demut und Minne. Wichtig war ihm genauso die Festigung des „Wiener Großkonvents“, dem damals, der Güldene Humpen, der Grüne Humpen, Schelle, Aggsteyn und Rosenburg angehörten. Durch seine Persönlichkeit und Auftreten ist es ebenso nicht verwunderlich, dass Volker von Geyersburg am 23. Tage im Herbstmond 1967, zum 3. Erlauchten Hochmeyster des „Österreichischen Ritterbundes“ gewählt wurde. Dieses Amt führte er bis zum Jahre 1975 aus. Ihm wurde danach auch der Titel „Alt- und Ehrenhochmeyster des ÖR“ zuerkannt. Eine, bis heute andauernde, Waffenbruderschaft mit dem Ritterbund „Falkenfels zue Strubinga“ wurde geschlossen. (https://www.ritterbund-rosenburg.at/unsere-geschichte/)