blitz dem Improvi-satyrisdrel1 (Dr. Hans Schleenbecker) sein 75. Stiftungsfest.
Aber unzerbrechlich ist die Kette unserer Freundschaft. In die Winterung
a. u. 99/100 geht das Reych mit 52 Sa::;sen, darunter neun an der prächtigen
JunkertafeL
Nr. 41
B U D 0 V I C I A (Budwels, Tsch.-SI.)
gegründet 7. 2. a. 11. 23 (1882)
Die Budovicia wurde am 7. des Hornungs a. u. 23
(1882) durch die Ritter
der h. Sompronia,
Al111avia und Trull der h. Ratisbona gegründet. Zahl
reiche Blüten aus dem Reiche der Poesie und Dichtkunst,
von denen 19
in den Schlaraffia
erschienen sind, erbrachten den schönen Beweis vom
geistigen Leben, das in der Budovicia herrschte. Das
Reych nahm auch rege Teilnahme an allen Vorgängen,
die Allschlaraffia
Der Anteil der Budovicia am allsdllaraffischen
Liederschatze ist bedeutend. So mandIe beliebte Tondichtung zeugt von der
außergewöhnlichen Aufffissung für unseren Bund, und schon das eine Lied
"Wie könnt ich Dein
, diese Perle der bis zum Enthusiasmus sich
steigernden echt schlaraffischen Innigkeit, macht den Namen der Budovicia
und ihrer Hkt.
unsterblich.
Die Budovicia gründete 1592 das Reych Krummovia. Am 2. des Hornungs
a. u. 48 (1907) wurde das 25. Stiftungsfest gefeiert, das einen glänzenden
Verlauf nahm. Am 7. des Wonnemonds a. u. 79 (1938) ist das Reych aus
dem Verbande Allschlaraffias ausgetreten. In den Stammrollen a. u. 100 (1959)
werden in bestehenden Reychen erwähnt: elf seßhafte, drei fahrende und
vier reychsunmittelbare Sassen.
Nr. 42
Vif 1 E S BAD E N S I A
3. :I. u. 23 (1~S2)
Dem Chronisten, dem hier die ehrenvolle
zuHillt, Geschehnisse von Bedeutung, die sich in einem
Zeitrm.lll1 von siebeneinhalb Jahrzehnten abgespielt
haben und Persöniichkeiten, die als treibende Kräfte
hervorgetreten sind, in einen die Überschau ermög
lid1el1tlen Zusammenhang zu bringen, stellen
sk~
erheblidle Hindernisse in den
Die Quellen sind
größtenteils verschüttet. Zwischen a, u. 50 -
a. u. 63
(1909 -
1922) ist alles in geheimnisvolles Dunkel
gehüllt. Die Zeugen aus dieser Zeit sind vom Sc,au
platz des Lebens abgetreten, und das Wenige, was sie der jungen Generation
zu berichten wußten, war im Sachlichen derart getrübt, daß es für einen
zuverlässigen Bericht ul1verwendbar erscheint. Auch die schriftliche Über
lieferung, wie sie in der "Chronica AHschlaraffiae" CL Teil 1559 -
1597,
465
30
Chronik
II. Teil 1597
a. u. 50) niedergeschrieben ist weist Lücken auf und kann
somit als Quelle nur stellenweise Verwendung finden. Unter Verzicht auf
alles Bedeutungslose treten folgende Ereignisse und Persönlichkeiten ins
Licht der Gegenwart.
Am 6. des Lenzmonds a. u. 1582 schenkte die hohe Stutgardia elnem schla
raffischen Kinde das Leben, das die Erzschiaraffcn "Wiesbadensia" nannten.
Als Grunder sind folgende Persönlid1keiten überliefert: Eb-O Bräsig der Gast
reuter (August Junkenllann), J Maxif11iilial1, später R. Schau/ftletlie von Kas
sandra (Max Goldberg), beide Recken unserer Mutter Stutgardia. Zu ihnen
traten R. Castor v. We ItSClill1 erz, R. Manrico, R. CliqtJOt mit der Witwe, R.
Jodoform der Feudale, R. RaCldter der Bulgare, (Engel) R. AI~iba der Bediid1tige,
HeureJqa v. Zirkel, Kl1auso der Grimmige, Kil0l10 der Sd1Utze, MOl1dsc11eht der
Stiftige, Sc11e!m vom Berge der Tel1örlid1e, Titurel der Novellige, Weituerz der
Sdmeidlge. Die Gründer sippten im "Schützenhof" in der
(1. Burg),
Am 17. des Hornung 1583 erfolgte die feierliche Sanktionientng von seiten
der Hohen Allmutter.
Zunächst trug das schlaraffische Leben der jungen Gründung alle Zeichen
einer am frischen Beginn stehenden erfreulichen Entwicklung. Aber schon im
zweiten Lebensjahr "führten Verhältnisse eigentümlicher Art, die zwisdlen
einigen Sassen platzgegriffen hatten, Zustände herbei, die das Reych dem
Vertallnahebrachten. Da trat in zwölfter Stunde ein Ereignis ein, welches mit
einem Schlage die Situation zu Gunsten der Wiesbadensia umgestaltete: Die
Übersiedlung des Prager Ritters Wudttig (Hensel) in die Gemarkungen der
Wiesbadensia. Mit starker Hand verstand es dieser Ritter, den schlaraffischen
Satzungen und schlaraffischem Brauche in dem Reyche wieder Geltung zu ver
schaffen. Die hohe Stufe der Entwicklung, die Wiesbadensia auszeichnete, darf
mit vollem
und Recht seinem rechtzeitigen und energischen Eingreifen
in die von ihm vorgefundenen Verhältnisse zuzuschreiben sein."
Im Lenzmond a. u. 1585 öffnete Ahalla das Tor, durch das unser R. Fral1z,
du, meil1 Tterziges Kil1d, hindurch in die Ewigkeit schritt. Franz Abt, dessen
Lieder in allen Ländern deutsdler Zunge gesungen werden, hatte die Leier aus
der Hand gelegt. "Mit ihm zog einer der Auserwählten himmelwärts, wohin
uns seine süßen Weisen C,Wer hat dich du schöner Wald') so oft getragen
haben. Ein bescheidener Künstler von echtem Schrot und Korn, ein warm
fühlender, treuer Freund, ein deutsches Herz, ein wahrer Bruder in Uhu!"
Im Ostermond 1587 erfolgte die Enthüllung einer Plakette am Sterbehaus
in der Röderstraße, die das Bild des Tondichters im Erzrelief zeigt und die
Widmung trägt: "Dem Meister des deutschen Liedes, gestorben in diesem
Hause am 31. III. 1885, gewidmet von Allschlaraffia."
Die Jahre zwischen a. u. 50 und 63 (1909 bis 1922) liegen aus den bereits
oben angeführten Gründen völlig im Dunkel der Vergangenheit, wenn man
vom Anekdotischen, als nicht in diesen Bericht gehörend, absieht. Es ist des
halb nidlt möglich, das Ausmaß der Wirkungen des ersten Weltkrieges zwisdlen
1914 und 1918 auf das schlaraffisdle Leben unseres Kreises darzustellen. Vor
allem fehlt jeder Hinweis auf die Opfer, die das Völkerringen unsren Reihen
abforderte. Durch die Stille dieses Raumes aber klingt ein feines Lied, das wir
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unsren beiden Rittern Inja der Mattiaher (Heinrich Dillmann) und Figaro der
sWmme Säl1ger (Josd Cianda) verdanken. Es sind die "Alta/la-KläHge", die
durch die Schlichtheit und Innigkeit ihres dichterischen und musikalischen
Ausdrucks für würdig befunden wurden. in unsre allschlaraffische Liedersamm
Jung aufgenommen zu werden.
Erst nach dem Kriege hebt sich der Vorhang. Eine kleine Anzahl heute noch
lebender Sassen erinnert sich hervorragender schlaraffischer Persönlichkeiten,
denen die schöne Blüte, zu der sich unser schlaraffisches Wirken entfaltete, zu
verdanken ist.
Hkt. Zaratltustra mit der Wirtscltafts!,asse (Wilhelm Jakoby) bleibt unver
gessen. Durch sein Lustspiel "PensioH Sdlöller". das mit
über zahlreiche
Bühnen gegangen ist, wuchs seine Bedeutung in den profanen Raum hinein.
So oft das Mainzer Leben im Rosenmontagszug überschäumt. erklingt auch
sein Lied "Loß des Rullo gehn!" über das Ratschen der Pritschen und die
Klänge des Narhallamarsches. Sein schlagfertiger Humor ließ die Sippungen
zu dem werden, was sie sein sollen: zu einer Quelle der Lebensfreude, zu
einem wahren Refugium des durch die Hast des Alltags zermürbten Menschen.
Wie oft ersdliitterte der jubelnde Beifall die Mauern Ullserer herrlichen ,.Mat
tiakerburg" im Hause des Residenztheaters in der Luisenstraße! Der Einfalls
reichtum der Sassenschaft, zusammen mit erfreulichem Unternehmungsgeist
drängten hinaus in den profanen Bereich und demonstrierten um die Wende
des dritten zum vierten Jahrzehnt vor der Öffentlichkeit, wie sdllaraffischer
Geist die Ausgelassenheit des Karnevaltreibens mit vollendetem kÜllStlerischem
Geschmack zu verbinden wußte.
Es war, als sollte der Glanz des schlaraffischen Gedankens noch einmal in
voner Schönheit erstrahlen, ehe die apokalyptisdlen Reiter die Geißel schwan
gen. Unter dem sich rasch verstärkenden politischen Druck mußte eine Reihe
ausgezeichneter Sassen formell ihren Austritt erklären, während der Rest sich
um einige Persönlichkeiten scharte, die den Mut aufbrachten, die Führung zu
übernehmen. Unter ihnen ragt besonders die Gestalt unseres Ke-Ku-Ha der
BalladeHsäl1ger hervor, der zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen im 93. Le
bensjahr steht und bis vor kurzem noch aktiven Anteil an unsren Sippungen
nahm.
Das, was unter den obwaltenden Umständen befürchtet werden mußte, trat
ein. Am 26.
[… Fortsetzung im Originalband]