Oldenburgia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 110 — Oldenburgia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

110 Oldenburgia
Das vergangene Vierteljahrhundert war eine hohe Zeit für die Oldenburgia. Auch wenn es nicht
immer nur bergauf ging, blühte das Reych und stabilisierte die Zahl seiner Sassenschaft auf mehr
als 50. An der munteren Junkertafel wurde es zuletzt mit 16 Prüflingen, Knappen und Junkern eng.
Seit dem 7.10. a.U. 145 sippt die Oldenburgia in ihrer neuen, zentral gelegenen Burg Uhlenhorst
am Friedensplatz 3. Sie ermöglicht nicht nur durch den ebenerdigen Bau den Einritt für Rollstuhl-
fahrer, sondern wurde auch Horst für den neuen Uhu, der den 115 Jahrungen alten ablöste. An ihm
nagte der Zahn der Zeit, und er ging zurück in sein Heimatreich Brema und in Pension. Höhe-
punkt der vergangenen 25 Jahrungen war die Hundertjahrfeier am 19.10. a.U. 132, bei der Sassen
aus 60 Reychen in die Festburg „Harmonie” einritten. Der Brückenzoll von 2.400 RM wurde dem
gerade wiedererstandenen Reych Potsdamia geschenkt, das mit der Reychsnummer 111 direkt auf
die Oldenburgia 110 folgt. Zur Jubelfeier der am 21.10. a.U. 32 gegründeten Oldenburgia fechste
Rt Conferanzl ein großes Gemälde des Grafen Anton-Günther, und Rt Unser Lapidarius schuf das
Titelbild in „Der Schlaraffia Zeyttung” für die Ausgabe vom 10.10. a.U. 132. Rt Conferanzl, der a.U.
144 den Großkristall zum GU-Orden erhielt und seit a.U. 142 den Zusatznamen „Unser Juwel” trug,
ritt a.U. 148 im 99. Lebensjahr gen Ahalla. Die Oldenburgia bewahrt seinen Nachlass, darunter die
Oldenburgia-Chronik, für die er das Geschehen von 40 Jahrungen nachschreiben musste. Rt Lapi-
darius, der mehr als 50 Jahrungen die Rolandnadel trägt und a.U. 147 die Brillanten zum GU-Orden
erhielt, erfreute unser Reych mit 1001 wunderbaren Schmierbuchfechsungen. Rt Conferanzl tat es
ihm künstlerisch gleich. Dieses Erbe übernahm Rt DaDa-Lust mit Liebe und Können, sodass die
Oldenburgia mit ihren Schmierbüchern einen wahren Kunstschatz besitzt.
Das 100jährige Bestehen wirkte vitalisierend. Schlaraffia wurde in der Öffentlichkeit bekannt, und
Sassen, wie Rt Unser DaDa-Lust, der schon als Jk Klaus mit dem Beinamen „Der vielfache Reychs-
Verstärker” geehrt wurde, sorgten für Ansturm an der Junkertafel. ER Seh-ku-ra-tor (204) schrieb
das Begrüßungslied der Oldenburgia zu der Melodie der Oldenburg-Hymne, das seitdem hunderte
einreitende Sassen erfreute. Wld Rt Buchfink belebte die von der unvergessenen „Derbherrlichkeit”
Baas erfundene Hü-Su-Si (Hühner-Suppen-Sippung) neu, die neben der Ko-u-Pi-Sippung (Kohl-
und Pinkel-Sippung) und dem von Rt Unser Hupf-mobil gestifteten Turney um das Hammelglöck-
chen zu den jährlichen Höhepunkten zählt. Die 3.000 Sippung wurde a.U. 138 mit Freunden aus 70
Reychen gefeiert. Zu jener Zeit prägte Rt Kallynos „Das Wort zum Donnerstag”, das von C Rt Striese
zu Beginn einer jeden Sippung vorgetragen wird. Auch der „Uhu der Woche”, der in Form von Sprü-
chen und Karikaturen von M Rt Balnearius bereits rund 300-mal gefechst wurde, ist fester Bestand-
teil unserer Sippungen geworden. Die Ausrittfreudigkeit der Oldenburgia war zeitweise erfreulich.
Von einzelnen Sassen, an erster Stelle wohl Rt Unser Hupf-mobil, der a.U. 141 ganze 25 Jahrungen
auf dem Thron war, wurden bis zu 900 Ausritte erreicht und mit den Basta-Orden 3., 2. und 1. Klasse
belohnt. Rt Unser Hupf-mobil und Rt Archi-Varius kümmerten sich um die Gräber der gen Ahalla
gerittenen Oldenburgia-Sassen und begründeten den jährlichen Gräbergang. Rt Archi-Varius hatte
seine Ritterarbeit diesem Thema gewidmet und schenkte dem Reych eine umfangreiche Schrift mit
den Daten und dem Hinweis auf die Gräber der toten Freunde.
„Derbherrlichkeit” Baas, profan Heinrich Diers, Hermann Allmers und Theodor von Kobbe wur-
den zu Ehrenschlaraffen der Oldenburgia ernannt. Sie erhielten die Namen „De K’lennermann”,
Schlenderer und Eminenz. Damit hat die Oldenburgia nunmehr 7 Ehrenschlaraffen, die häufig die
Sippungen bestimmen, die in zunehmendem Maße auch musikalisch sind.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
111 Potsdamia
A.U. 124 gab es 16 Sassen der Potsdamia. Obgleich in der Stammrolle als derzeit nicht bestehend
deklariert, sippten sie in Heimburgen in Berlin und Umgebung spiegelgerecht und gastfreundlich
unter Mitwirkung der Burgfrauen. Die Sippungen hatten häufig etwas Konspiratives, wenn Abend-
lied und Schlusslied besonders leise gesungen wurden, weil unter uns das Wachregiment residierte.
Die treibende Kraft war Rt Plastiteles, eigentlich Sasse der Lietzowia, aber nach 1961 von seinem
Reych getrennt. Das Finden neuer Sassen zu dieser Zeit war schwierig und von Vorsicht geprägt.
Häufige Einritte der Mutter Berolina und der Schwester Lietzowia und gemeinsame Ausritte in die
Umgebung und sogar nach Prag und Budapest gaben Auftrieb. Legendär die Sommerfeste in der
Heimburg des Rt Plastiteles „Mit der Dame an der Dahme”, oder die Sommerritte gen Wörlitz oder
an den Nottekanal. Erinnert sei an dieser Stelle auch an die materiellen Hilfen durch den allschla-
raffischen Hilfsfonds organisiert durch Rt Auch ein Spaß. Das schlaraffische Spiel wurde durch den
Zusammenhalt der acht Reyche, die im Verborgenen blühten und der Ausrittfreude einiger Sassen
gefördert. Nach dem Überleben von fast 60 Jahrungen Uhufinsternis gab es ab a.U. 130 neue
Herausforderungen. Im Status „Wiedererstehen” a.U. 130 fand sich die Potsdamia intermediär in
Potsdam wieder, ohne dort einen ansässigen Sassen zu haben. Mit einem rauschenden 100. Stif-
tungsfest im Logenhaus, in opulenter Ausstattung noch durch den Rt Plastofile gestaltet, brachte
sich das Reych bei Allschlaraffia in Erinnerung. Dann organisierte man sich auf halbem Wege in
Zeuthen mit neu dazu kommenden Sassen wie Rt Kiwi und dem späteren Rt Teufelchen. A.U. 138
wurde der Umzug nach Potsdam beschlossen, wenn auch unter Schmerzen und erneuten Verlus-
ten an Sassen. Ein Problem, welches bis heute besteht, ist das Fehlen einer eigenen Burg.
So sippt die Potsdamia inzwischen in der fünften Burg. Die eigentliche Neuentwicklung am Grün-
dungsort blieb dann den Rtt Kusen-Pien, Habra, später auch Krocus und dem zugezogenen Rt
Kiwi anvertraut. Die nun notwendige schlaraffische Bürokratie wurde zunächst vom Rt Colo(h)rius,
danach von Rt See-Parator und später vom Rt Ikanemme übernommen. Die J Volcanus und letztens
Batic führten 10 Junker zum Ritterschlag. Rt Kusen-Pien feierte sein 25jähriges Thronjubiläum und
Rt Habra trat nach 15 Jahrungen Thronarbeit in den wohlverdienten Ruhestand, ohne sich nun in
Abstinenz zu üben.
Höhepunkte der beiden letzten Jahrzehnte waren das 100. Stiftungsfest, die unvergessliche Wieder-
aufnahmefeier - die Festburg in der Sparkassenakademie wurde noch von Rt Lilla organisiert - und
das 111. Stiftungsfest im Logenhaus (Idee Rt Kusen-Pien, Texte Rt Habra, Regie Rt Nucleus). Trotz
der verstärkten Präsenz in der Öffentlichkeit durch einen umfangreichen Bericht im Magazin „Pots-
dam Life”, den Rt Kiwi initiierte, ist es zunehmend schwierig neue Sassen zu gewinnen.
Rt Schaljapini, neuer Sasse der Potsdamia, brachte die musikalische Seite verstärkt mit der Grün-
dung des Reiseorchester, kurz ROP, ein. Das ROP brillierte in mehreren Ausritten und verstärkt
auch so die traditionelle und immer noch so notwendige Verbindung zu den Reychen im Uhuver-
sum, insbesondere aber zu den Reychen 2 und 175. Potsdam und Sanssouci, der Alte Fritz und die
Erinnerung an die besseren preußischen Traditionen, die lange zerschlagen schienen und jetzt mit
dem Schlossneubau verstärkt beachtet werden, bilden zusätzlichen Anreiz zu Einritten.Es bewahr-
heitet sich was in Potsdamias Willekumlied gesungen wird (nach der Melodie „Üb immer Treu
und Redlichkeit”, des Klanges des einstigen Glockenspiels der zerstörten Garnisonkirche): „Sippt
einfühlsam und sippt gescheit / dann lebt Potsdamia fort / dann ist nicht mehr

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 290-291