239 An der Leuben
Der Chronist kann mit Stolz vermelden, dass der „Leuben” im letzten Vierteljahrhundert eine glück-
liche Zeit beschert war. Die durchwegs gut besuchten Sippungen brachten ein unvermindert hohes
Niveau. Der schon sprichwörtliche „Leubner Geist” hat sich in den Gemäuern unserer Burg festge-
setzt und befällt jede Generation, ungeachtet der wechselnden Würdenträger. Nach 27 Jahrungen
am Thron hat „Unser Großer” Rt „Der” Potz-Blitz a.U. 131 das Zepter an Rt Dampf-los weiterge-
geben. Ihm folgten Rt Dreh’s-recht (10 J.) und ab a.U. 145 schwingt OÄ Rt Oxy-genius das Zepter
mit Elan.
A. U. 135/136 gab es auch einen Wechsel bei den langjährig gedienten Würdenträgern. Rt Ur-Steirer
begleitete in seiner 16-jährigen Amtszeit als Junkermeister 35 Junker zum Ritterschlag, Marschall Rt
Gerstenschreck legte nach 21 und wld Rt Angelo nach 28-jähriger Tätigkeit als Schatzmeister sein
Amt in jüngere Hände. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass in unserem Reych noch nie ein Wür-
denträger abgewählt wurde. Unsere Leuben ist ein konservatives Reych, das auf häufigen Wechsel
der bewährten Würdenträger keinen Wert legt.
Auch die „Neuen” sind schon seit vielen Jahren erfolgreich tätig. Was unser Reych im vergangenen
Vierteljahrhundert an Blutzoll leisten musste, erschütterte es in seinen Grundfesten. Galt es doch
Abschied zu nehmen von 22 Rittern, verdiente Sassen und Säulen unseres Reyches und 18 Ehrenrit-
tern. Es ist fast ein Wunder, dass dank unserer Jugend die Wunden verheilten und unser Reych mit
67 Sassen nach wie vor gefestigt dasteht.
Ja, unsere Junker und Knappen,(der Jüngste zählt zarte 83 Lenze), sie sind voll Energie, ausritt-
freudig und stets humorvoll, vom Junkermeister Rt Dschotto kaum im Zaum zu halten. In die, von
Burgvogt Rt Don Ampere festlich geschmückte Burg, die heimelige Atmosphäre vermittelt, reitet
man gerne ein. Hat doch die Leuben das gewisse „Etwas”.
Ob ernst, ob heiter, Feste zu feiern versteht unser Reych. Ob Burgfrauenabende, Musiksippungen
mit dem Reychsorchester unter der Leitung von Rt Sag’s-o-phon, Barbara-Sippungen mit Ehren-
kumpel-Ehrungen, um nur einige herauszugreifen, sind feste Bestandteile im Jahrungsablauf, im-
mer ein Erlebnis.
Jedoch ein herausragendes, unvergessenes Ereignis dieses Zeitraumes war das 75. Stiftungsfest
unseres Reyches a. U. 139 im Kongress-Zentrum Leoben. Über 200 Sassen aus 71 Reychen gaben
uns die Ehre ihres Besuches. Für Planung und Regie zeichnete Rt „Der” Potz-Blitz verantwortlich,
der schon Erfahrung vom 50. Gründungsfest mitbrachte. Bühnenbild und Dekoration lag in den
Händen unseres Hofmalers Rt Schmirakel, unter Mithilfe von Rt Urbani-Sir und Junkermeister Rt
Dschotto.
Aber auch sonst tut sich an der Leuben „einiges”. Rt „Der” Potz-Blitz ist trotz seines doch etwas
fortgeschritten Alters voller Tatendrang. Er bereitet schon seinen „38. Potz-Blitz-Herbstritt” vor.
Mit einem ausrittfreudigen Fähnlein hat er schon die halbe Welt bereist und unzählige Reyche be-
sucht. Nicht zu vergessen die hervorragenden Erfolge unserer Uhulympioniken, die bei den jährlich
stattfindenen Uhulympiaden viele Einzel- und Manschaftspreise für unser Reych erringen konnten.
Auf ins nächste Vierteljahrhundert. Mit den Worten unseres Rt „Der” Potz-Blitz: „vivat, crescat,
floreat” wünscht der fünfte Chronist ErbK Rt Münz seinem allzeit fröhlichen und geliebten Reych
An der Leuben „Alles Gute”.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
241 Castellum Peinense
Unser Reych hatte im Jahre a.U. 109, nunmehr vor 40 Jahren, ein Baugrundstück übernommen und
unter großem finanziellen Opfer und unter erheblichen persönlichen Arbeitsleistungen der eigenen
Sassen zu einer anheimelnden Burg ausgebaut. Die Burg war „in die Jahre gekommen”. Nach 25
Jahren wurden lang geplante Sanierungs- und Umbauarbeiten vorgenommen. Wiederum galt es,
erheblichen Einsatz von Zeit, Arbeitsleistungen und Mammon zu erbringen.
Ein harter Kern der Peinenser Sassen werkelte in der Sommerung mehrer Jahre an den Wochen-
enden, unter Vernachlässigung von Heimburg und Burgfrau. Viele Freunde aus dem Uhuversum
unterstützten uns finanziell, mancher davon wollte offiziell nicht genannt werden. Das ist echt
schlaraffisch.
Ein herausragendes Ereignis in unserer jüngsten Reychsgeschichte war die Festsippung am 21.11.
a.U. 139 zum 75. Stiftungsfest unseres Reyches, mit dem zugleich die 22. Mirza-Schaffy-Feier be-
gangen wurde. Unter der geschickten Führung des Thrones, der geziert wurde von Rt Don Ventilio,
Rt Tor-nah-Du und Rt Protokollo, lief ein glanzvolles Fest ab, das auch in der örtlichen Presse ein
beachtliches Echo fand. Die Lokalpresse titelte: „Ehrenschlaraffe Bodenstedt beklagt, dass er in
Peine kein Denkmal hat”.
Friedrich Martin von Bodenstedt, der im Jahre 1819 in Peine geborene Dichter und Übersetzer, der
Ehrenschlaraffe unseres Reyches und zugleich Ehrenbürger der profanen Stadt Peine ist, trat am
Abend unserer Festsippung persönlich auf. „Schlaraffia und Oliver Völkening (ein regional bekann-
ter Laien-Schauspieler) machten es möglich”, schrieb die Peiner Presse. In einem Dialog zwischen
dem Fungierenden Rt Protokollo und „Bodenstedt” beklagte sich der Dichter, dass es in Peine kein
Denkmal für ihn gibt. Auf Grund dieses „öffentlichen Auftrittes” Friedrich von Bodenstedts während
unseres Stiftungsfestes, ergriff der damalige Bürgermeister der Stadt die Initiative, die Ostermond
a.U. 142 zur feierlichen Enthüllung eines Denkmals für Friedrich von Bodenstedt führte. Auf der
Bronzetafel, die die Namen der Stifter des Denkmals enthält, ist auch das Castellum Peinense auf-
geführt.
Unser Reych besteht nun bereits 85 Jahre. Wir fühlen uns wohl im Kreise unserer Freunde. Im Osten
unsere Mutter Brunsviga, im Westen unsere Oma Hannovera, im Süden unser stets einwandfreier
Vater Hildesia und im Norden unser allerliebstes Töchterlein Cell-Erika. Im Mittelpunkt dieses Krei-
ses stehen uns noch viele befreundete Reyche im Uhuversum zur Seite. Dies beweisen sie uns nicht
nur durch ihre zahlreichen Einritte bei unseren Sippungen. Sie stehen uns auch bei, wenn Oho uns
in seiner Tücke mit Ahallaritten schlägt. Viele liebe Freunde, die Schlaraffen bis zum letzten Atem-
zug waren, sind uns in den letzten Jahren genommen worden..
Besonders hart getroffen, hat uns der völlig unerwartete Ahallaritt unseres OÄ des Fürsten Don
Ventilio von Atonalien im Windmond a.U. 140. In den Morgenstunden nach seinem 25-jährigen
Thronjubiläum, mitten aus dem vollen schlaraffischen Leben heraus, wurde er abberufen. Er war
eine kraftvolle schlaraffische Persönlichkeit, die unauslöschliche Spuren in unserem Reych gelegt
hat. A.U. 149 amtieren folgende Würdenträger:
OI Graf Tor-nah-Du (seit 30 Jahren auf dem Thron und als „Einrittswunder” bekannt), OK Graf
Paddel-Du, OÄ Graf Extra 3, K Gu ErbK Fürst a-part, M Graf Prosa, J Großfürst Qui-vive, Sch Graf
Ben Bufo, C Gu ErbC Fürst Gö-rollt.
Unsere kleine uhuverschworene Schar blickt getrost in die Zukunft, da tatkräftige Sassen weiterhin
an dem Fortbestand unseres Reyches arbeiten.
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