Reych Nr. 25

Euler, Leonhard

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Euler, Leonhard Prof.
Titel: Polyeder Sigma Pi
Reych: Nr. 25 Basilea (Basel)
Geb.: 15.04.1707 in Basel
Gest.: 18.09.1783 in St. Petersburg

Volltext

schweizer Mathematiker Leonhard Euler wurde am 15. April 1797 in Basel geboren und starb am 18. September 1783 in St. Petersburg während er die Bahn des aufgefundenen Planeten Uranus berechnen wollte. Mit 13 Jahren begann Euler in Basel sein Universitätsstudium. Da er in Basel keine adäquate Stelle finden konnte, folgte er 1727 einem Ruf nach Petersburg an die Akademie der Wissenschaften. In der ersten Petersburger Periode verfasste er neben zahlreichen Abhandlungen seine Werke „Mechanica“, die Konzeptionen der „Scientia navalis“ (Schiffstheorie) und des „Methodus inveniendi...“ (Variationsrechnung) sowie seine weitausgreifende Anlage einer „novae theoriae musicae“. Nach dem Tod der Kaiserin Anna Iwanowa und den damit verbundenen politischen Wirren kam ihm ein Angebot Friedrichs II. von Preußen höchst gelegen. Euler übersiedelte 1741 nach Berlin, wo er als Direktor an die zu gründende Preussische Akademie berufen wurde. In der Berliner Periode entstand die monumentale, bis heute nachwirkende Lehrbuch- Trilogie einer Einführung in die Analysis des Unendlichen, der „calculi differentialis“ und der „calculi integralis“, die zusammen eine Synopsis der höheren Mathematik darstellen. Zwei andere Bücher aus der Berliner Periode sind die Himmelsmechanik und die Mondtheorie, sowie seine anonym erschienene Schrift „Rettung der göttlichen Offenbarung gegen die Einwürfe der Freygeister“. Friedrich II. interessierte sich mehr für den siebenjährigen Krieg und höfische Anlässe als für die Wissenschaft von Euler. Dies erleichterte ihm die Annahme einer erneuten Berufung nach Petersburg durch Zarin Katharina II. Er kehrte1766 in die russische Metropole zurück. Er befand sich nun, von Katharina II. fürstlich entlohnt, auf dem Höhepunkt seines Wirkens. In der zweiten Petersburger Periode erschienen eine Zweite Schiffstheorie, eine Zweite Mondtheorie, weiter die „Lettres à une Princesse d`Allemagne“. Diese Briefe waren an die Markgräfin Sophie Charlotte von Brandenburg gerichtet, eine Cousine zweiten Grades von keinem geringeren als Friedrich II. Die insgesamt über 300 Briefe können als erster Lehrgang in Briefform überhaupt bezeichnet werden, Obwohl Euler infolge einer misslungenen Staroperation 1771 sein Augenlicht fast gänzlich einbüsste – das rechte Auge hatte er schon 1738 verloren – steigerte er seine Schaffenskraft noch mehr: rund die Hälfte seines Gesamtwerkes von etwa 85 Quartbänden entstand in der „zweiten Petersburger Periode“. Euler ist, nachdem er 1727 einem Ruf nach Petersburg folgte, zeitlebens nie mehr nach Basel zurückgekehrt. Euler war Basler, er gilt, zu Recht, als einer der größten Mathematiker aller Zeiten – und trotzdem ist er, da er nie in Basel als Mathematiker aktiv war, eigentlich nicht Basler Mathematiker. Mit seiner Wahl zum Ehrenschlaraffen hat die Basilea die ein wenig gut gemacht. (Text: Rt. Kahl-Ender (70) / DSZ 136 / 5)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt