Reych Nr. 298

Dingler, Max

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Dingler, Max Prof.
Titel: Bairisch Herz
Reych: Nr. 298 Am Werdenfels (Garmisch-Partenkirchen)
Geb.: 14.05.1883 in Landshut
Gest.: 28.06.1961 in München

Volltext

deutscher Zoologe, Mundartdichter weiland Sasse der HR Am Werdenfels und Zu den Gyssen Zu Schlaraffia fand der nicht sehr große Mann mit dem kantigen Gesicht, das ein wenig finster wirkte, ernst und in sich gekehrt, sich nur dem Gleichgesinnten mit seiner ganzen Herzlichkeit offenbarend, im Reych Zu den Gyssen, wo er a. U. 73 zum Rt. Ips der Mikrothoma geschlagen wurde (Ips nach dem braunen Rüsselkäfer, seinem Spezialgebiet); a. U. 90 wurde er im Reych Am Werdenfels seßhaft und dort a. U. 116 zum ES erkürt. Bei den Eltern in Landshut lernte der junge Max Dingler, sich für Kunst und Wissenschaft zu begeistern und auf dem Bauernhof des Großvaters in Murnau am Staffel-See, wo er regelmäßig seine Schulferien verbrachte, reifte seine Liebe zur Natur, zu den Tieren und zu den Menschen mit ihrer Mundart und ihrem Bauerntheater heran. 1902 bis 1909 studierte er in München, Berlin und Würzburg und nahm an Forschungen der Zoologischen Meeresstation in Triest teil; 1913/14 folgten Forschungsreisen nach Ägypten und Nubien, von wo er mit reicher exotischer Ausbeute in sein Landhaus am Murnauer Eichholz zurückkehrte und fortan als Professor für Zoologie in Gießen und München wirkte. Seit 1936 war er erster Direktor der Wissenschaftlichen Staatssammlungen in München. Als Dichter widmete er sich besonders der Mundart, die er wie ein Vermächtnis pflegte. Sein erster Gedichtband „Von der Loisach zum Tegernsee" erschien 1932; 1940 folgte sein großer Wurf „Das bairisch Herz", womit er sich einen Platz in der bairischen Literaturgeschichte sicherte, mit dem Nachfolgeband „Der Arntwagen" (1959) u.a. Seine Bühnenstücke („Mutter Kathrein", „Die Jaager" u.a.m.) hatten wenig Erfolg, während sein Weihefestspiel „Auferstehung“, wozu Olaf Gulbransson Zeichnungen schuf, weitherum Anerkennung fand. Von Dinglers Bühnenwerken sind hervorzuheben die „Mutter Kathrin" und die prächtigen „Jaager“. Neben seinen mundartlichen Dichtungen hat er den „Maurerfleiß" und „Der Hohe Besuch" in Hochdeutsch verfasst. Nicht vergessen darf man seine lyrischen Werke, wie „Die kleine Poetik" und die „Sonetten sowie seine Übersetzungen aus dem Italienischen, „Sänge, Triller, Windgeflüster" und „Schwingungen“. Bei all seinem vielseitigen Wirken blieb er ein unermüdlicher Vorkämpfer für den Schutz der Natur und gegen deren Vermarktung mit Skiliften, Bergbahnen, Kraftwerken usw. Große Verdienste erwarb er sich um die Rettung des Murnauer Moores; Murnau dankte es ihm mit der Ernennung zum Ehrenbürger und der Namengebung der dortigen Hauptschule. (Text : Rt Triolett (324))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt