Reych Nr. 162

Rittershaus, Emil

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Rittershaus, Emil (auch von Farben der Fa. Bayer ausgedehnt.)
Titel: Drachenblut
Reych: Nr. 162 Barmenia (Wuppertal-Barmen)
Geb.: 03.04.1834 in Barmen
Gest.: 08.03.1897 ebenda

Volltext

deutscher Lyriker und Kaufmann Der Vater war vom westfälischen Bauerngut in Schwelm in die Stadt Barmen gezogen, wo er als Reisender für Bänder, Kordeln und Litzen, die sogenannten Barmer Artikel, tätig war. Die Mutter spielte Klavier und Orgel und lehrte dem Kinde schon recht früh Gedichte. Ein ehemaliger österreichischer Offizier wurde sein Hauslehrer. Im Mittelpunkt der Ausbildung standen die deutsche Literatur und Berichte über die napoleonischen Kriege und Preußens Freiheitskampf. Nach Abschluss der Barmer Stadtschule hätte er gern Naturwissenschaften und Medizin studiert, aber da fehlte dem Vater das Geld und auch das Verständnis. Er musste den Kaufmannsberuf erlernen. In seiner Freizeit studierte er mit seinen Freunden die freisinnigen Dichter Freiligrath, Geibel, Grün, Herwegh U. a. Während der 48er Revolution und der Barrikadenkämpfe in Elberfeld (1849) dichtete er politische Lieder und stellte sich damit in Gegensatz zu den Barmer Pietisten und Konservativen. 1855 erschien sein erster Gedichtband, in dem der Demokrat ein starkes deutsches Kaiserreich forderte. Von seinen Musen konnte er in Wuppertal nicht leben und so wurde der Kaufmannsberuf zur Grundlage für Geschäftsreisen in viele Länder. Bei seiner Verlobung mit Hedwig Lucas übernahm er 1854 mit einem Kompagnon die Bronzefabrik seines Schwiegervaters, die in Schwierigkeiten war. Er vertrat auch weitere Unternehmen in Lüdenscheid und Iserlohn, in der Schweiz und in Süddeutschland. 1856 heiratete er. Nach dem Tode des Schwiegervaters wurde die Fabrik aufgegeben, jedoch der Provisionsverkauf von Barmer, Lüdenscheider und Iserlohner Artikeln, u.a. Nach wirtschaftlichem Rückschlag in den Jahren 1861-64 übertrug man ihm durch Hilfe von Freunden eine Transportversicherungsagentur und eine Generalagentur der Concordia, sowie einen Sitz im Verwaltungsrat des Bochumer Vereins. Als Gast und Freund war er sehr geschätzt und wegen seiner Begrüßungs- und Weihegedichte auf Bundesversammlungen der Sänger, Turner und Schützen beliebt. Er dichtete für den Augenblick und trat dabei ein für das Ideal eines freien Deutschlands. Leider blieb wenig dieser Dichtungen erhalten, wie z.B. der Aufruf zum Verwundetenhilfswerk nach den Kriegen 1864 und 1866. Die Einigung des Festgedichte Niederwalddenkmals. Aus seiner Vaterlandsliebe, der Liebe zur Heimat und zum Rhein erwuchsen Rhein- und Weinlieder und eine enge Bindung an die westfälischen Kreise. Wenn er einen Vertretervertrag abgeschlossen hatte, wurde er zum gern gehörten humorigen Erzähler. Aus solch fröhlichen Stunden ist auch das „Westfalenlied" erstanden, das noch heute gerne gesungen wird: „Ihr mögt den Rhein, den stolzen, preisen ..." Er gehörte nicht zu den ganz Großen. er war ein Improvisator, seine Dichtungen waren Gelegenheitsdichtungen. Er hatte viele Persönlichkeiten als Freunde gewonnen, besonders Peter Rosegger, der lange im Kreise seiner Familie lebte. Ein langjähriges Herzleiden führte schließlich zum Ständige Mahnung bleibt für die Nachwelt sein Wort, dem Wahlspruch der Elberfeldensis: „Im Glücklichmachen liegt das Glücklichsein!" (Text: Rt. Musapoll (34))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt