Reych Nr. 27

Rückert, Friedrich

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Rückert, Friedrich Dr. (auch Reimar)
Titel: Reimar
Reych: Nr. 27 Kyborgia (Coburg)
Geb.: 16.05.1788 in Schweinfurt
Gest.: 31.01.1866 in Neuses

Volltext

Deutscher Gelehrter und Dichter Als Sohn eines Schweinfurter Advokaten geboren, der alsbald als Amtmann nach Oberlauringen übersiedelte, verlebte der junge Rückert dort seine Kinderjahre. Dem ersten Unterricht an der Dorfschule folgte die Einführung in die klassischen Sprachen durch befreundete Pfarrer, bevor er auf das Gymnasium in Schweinfurt geschickt wurde. 1805 ließ er sich in Würzburg als Student der Rechte einschreiben, obwohl er mehr Interesse für Philologie und Philosophie zeigte. In Heidelberg trat er dann auch offen zur Philologie über. 1810 promovierte er in Jena mit einer temperamentvollen Disputation und habilitierte sich als Privatdozent. Seine Erstlingswerke mit lyrischen Versen „Agnes" und der Zyklus „Amaryllis" waren einer früh verstorbenen Geliebten und einer heiß verehrten Freundin gewidmet, die ihn aber trotzdem abwies. Während sich der Freiheitskampf vorbereitete, hielt sich der Dichter abwartend in Würzburg auf. Hier entstanden 52 seiner „Geharnischten Sonette". 1814 erschien seine erste Sammlung „Deutsche Gedichte". 1817 fand er endlich den Verleger Cotta, der den Zyklus „Kranz der Zeit" herausbrachte. Es folgten Jahre idyllischer Zurückgezogenheit und eine Reise nach Italien, wo er willkommener Gast in der deutschen Künstlerkolonie in Rom wurde. Auf der Rückreise lernte er in Wien den Orientalisten Hammer-Purgstall kennen, unter dessen Leitung er Eingang in die orientalischen Sprachen und Literaturen fand. Mit ungeheurer Leichtigkeit arbeitete er sich in das eigentliche Gebiet seines Lebens ein und schon 1821 lag die erste Frucht dieser Studien vor, die Ghasele des persischen Dichters Dschelaleddin Rumi. 1822 folgte die Sammlung „Östliche Rosen" und Rückerts populärstes Werk „Liebesfrühling", ein umfangreicher Gedichtzyklus. Das Mädchen, mit dem er ihn erlebte, war Anna Luise Wiethaus-Fischer, die er auch heiratete. 1826 erschien der erste Teil der „Makamen des Hariri". Im gleichen Jahr erhielt er in Erlangen den Posten eines ordentlichen Professors für orientalische Sprachen. Während er sich mit Leichtigkeit einer Sprache nach der anderen bemächtigte, war er auf dichterischem Gebiet erstaunlich produktiv. Es erschien die Sammlung „Haus und Jahr" und die „Weisheit des Brahmanen". 1838 übernahm er das Gut Neusess bei Coburg. Als er 1841 von Friedrich Wilhelm IV. an die Universität Berlin berufen wurde, vereinbarte er, dass er nur im Wintersemester zu lesen brauchte, den Sommer aber auf seinem Gut verbringen konnte. 1848 legte er dieses Amt nieder und lebte fortan im Genuss einer vom König bewilligten Pension in Neusess ein ruhiges Patriarchenleben bis zu seinem Tode, in den ihm seine Frau 1877 vorausgegangen war. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt