Reych Nr. 257

Röntgen, Wilhelm Conrad

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Röntgen, Wilhelm Conrad
Titel: Strahlemann
Reych: Nr. 257 Glorimontana (Remscheid)
Geb.: 27.03.1845 in Lennep
Gest.: 10.02.1923 in München

Volltext

deutscher Physiker Röntgen besuchte nach der Grundschule die Technische Schule in Utrecht, musste diese aufgrund eines Schülerstreichs, der ihm irrtümlich angelastet wurde, diese vorzeitig verlassen. Röntgen nahm private Studien auf und konnte 1865 in Zürich Maschinenbau studieren. 1868 folgte sein Diplom, 1869 promovierte er zum Dr. phil. Durch eine Assistenzstelle bei Prof. Kundt kam er mit der Experimentalphysik in Berührung. Beide zog es 1870 an die Universität Würzburg, wo nur das fehlende Abitur Röntgens Habilitation verhinderte. 1873 wechselnden beide an die Universität Straßburg, dort erhielt Röntgen auch die verdiente Habilitation, die zur Berufung als Professor für Physik an der Akademie Hohenheim führte. 1876 kehrte er als Professor für theoretische Physik an die Universität Straßburg zurück, 1879 wurde er Professor in Gießen. 1885 veröffentlichte er seine Arbeit über den „Röntgenstrom“. 1889 ging Röntgen nach Würzburg, wurde Leiter des Physikalischen Instituts der Universität und 4 Jahre später deren Rektor. Röntgen galt als „Meister des Experiments“, doch seine Forschungen wurden von der Rektorentätigkeit gebremst, Erst 1885, als er turnusmäßig von dieser Aufgabe entbunden wurde, konnte er seine Arbeit an den Kathodenstrahlen mit der „Lenhardschen Kathodenröhre“ fortsetzen. Mehr durch Zufall entdecke er, dass ein neben seiner Apparatur liegendes Blatt Papier eine Lichterscheinung zeigte, die auf bisher unbekannte Strahlungen zurückzuführen sei. Er nannte diese Strahlen „X-Strahlen“. Von da an forschte er Tag und Nacht an diesen Strahlen. 10 Jahre später konnte er seine Erkenntnisse veröffentlichen, insbesondere die Entdeckung, dass die Strahlen durch jegliches Material außer Blei gingen. In Unkenntnis der Gefährlichkeit der Röntgenstrahlen wurde es zur Belustigung, Röntgenapparate aufzubauen und Aufnahmen vom Innersten des Körpers zu fertigen. Damit seine Entdeckung umgehend zum Nutzen der Menschen eingesetzt werden konnte verzichtete Röntgen auf eine Patentanmeldung. 1900 berief ihn die Universität München, ein Jahr später sollte er den ersten Nobelpreis der Physik erhalten. Das Preisgeld stiftete er der Universität Würzburg. Röntgen verfügte, dass nach seinem Tode sein wissenschaftlicher Nachlass zu vernichten und sein Vermögen wohltätigen Zwecken zuzuführen sei. (Text: Rt. Koi (247) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt