Beschreibung
Schütz, Heinrich
Titel: Saggitarius
Reych: Nr. 291 Geraha (Gera)
Geb.: 15.10.1585 in Köstritz
Gest.: 06.11.1672 in Dresden
Volltext
deutscher Komponist Heinrich Schütz ist wohl der wichtigste deutsche Komponist des Frühbarock. Seine Werke umfassen nicht nur italienische Madrigalen und musikalische Vertonung von geistlichen Texten, sondern auch Unterhaltungsmusik und Festtagsmusik, die er zu besonderen Anlässen komponierte. Sein Entdecker und Förderer war Landgraf Moritz von Hessen-Kassel, der ihn zum Sängerknaben ausbildete und auf der Kasseler Hofschule und in Marburg studieren ließ. 1609 konnte Schütz zu einer Ausbildung bei Giovanni Gabrieli in Venedig reisen, wo er bis 1612 bleiben sollte. In dieser Zeit entstand die Madrigalsammlung „Il Primo libro di Madrigali“. Nach seiner Rückkehr war er zunächst zweiter Organist am Kasseler Hof, bevor er zur Dresdner Hofkapelle ging, wo er 1619 Kapellmeister wurde. Im gleichen Jahr entstanden „Die Psalmen Davids“. Diese „Abwerbung“ führte zu erbitterten Auseinandersetzungen zwischen Landgraf Moritz und Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen. Der Dreißigjährige Krieg (1618 – 48) und die ausbrechende Pest führten zu einem Stillstand des deutschen Kulturlebens, dies wirkte sich auch auf Schütz ́ Schaffen am Dresdner Hof aus. So zog Schütz 1628 wieder nach Italien, wo er seine Kompositionen weiterentwickelte und sein erstes Buch „Symphoniae sacrae“ schrieb. Da sich die kulturelle Lage bei seiner Rückkehr 1629 noch immer nicht verbessert hatte, trat Schütz in die Dienste von König Christian IV. von Dänemark und Norwegen, von 1633 – 35 und 1642 – 44 war er Oberkapellmeister am dänischen Hof. Zwischendurch war Schütz wieder in Deutschland als musikalischer Ratgeber verschiedener Fürsten, 1636 und 1639 veröffentlichte er seine „Kleinen geistlichen Konzerte“. 1647 folgte ein zweiter Teil der „Symphoniae sacrae“, 1648 die „Geistliche Chormusik“, 1650 der dritte Teil der „Symphoniae sacrae“. Erst 1656 durfte Schütz nach und nach in den Ruhestand treten, blieb aber bis an sein Lebensende Kapellmeister der Dresdner Hofkapelle. Zu seinen Spätwerken zählen die „Weihnachtshistorie“ (1664), die Passionen nach Lukas (1664), Matthäus (1665) und Johannes (1666). Sein letztes Werk, die Vertonung des 119. und 100. Psalms (1671) wird auch als sein „Schwanengesang“ bezeichnet. Schütz ließ seiner Musik die Missstände rund um den Dreißigjährigen Krieg nicht anmerken, vielmehr wurde er bereits zu Lebzeiten als „Vater unserer modernen Musik“, „den allerbesten teutschen Componisten“ und „seines Jahrhunderts hervorragendster Musiker“ bezeichnet. Dennoch verhinderte dies nicht, dass er in Vergessenheit geriet und erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt