Beschreibung
Uhland, Ludwig Prof. Dr.
Titel: Wunnenstein
Reych: Nr. 327 Hohentübingen (Tübingen)
Geb.: 26.04.1787 in Tübingen
Gest.: 13.11.1862 ebenda
Volltext
deutscher Jurist, Dichter, Literaturforscher Schon während seiner juristischen Studienzeit befasste er sich intensiv mit alter und französischer Literatur und studierte in Paris deren Handschriften. Nach seiner Approbation zum Dr. jur. war er als Anwalt tätig und ab 1819 aktiver Vertreter der Liberalen. Von 1829 bis 32 war er a.o. Professor für deutsche Literatur an der Universität in Tübingen. Mit seiner schlichten, volkstümlichen und naturnahen Lyrik und vielen später vertonten Gedichten wurde er zum bedeutendsten Dichter der schwäbischen biedermeierlichen Spätromantik. Der Schöpfer zahlreicher bekannter Lieder, wie „Der gute Kamerad", „Die Kapelle", „Schäfers Sonntagslied" verfasste auch urwüchsige Balladen und Romanzen nach alten deutschen Märchen, Sagen und Geschichtsüberlieferungen, „Die Rache", „Des Sängers Fluch", „Schwäbische Kunde". Uhland veröffentlichte 1836 als Wegbereiter der deutschen Volkskunde und der Germanistik seine „Sagenforschungen“ und 1845 die wissenschaftlich kommentierten „Alten hoch- und niederdeutschen Volkslieder". Mit „König Karls Meerfahrt", „Bertran de Born" und „Des Sängers Fluch" ist Uhland als Balladendichter und mit „Walther von der Vogelweide" auch als Erforscher mittelalterlicher Literatur hinlänglich Er liebte es aber auch, Aquarelle anzufertigen. Dabei bevorzugte er Landschaftsmotive seiner schwäbischen Heimat, einen alten Turm, romantische Ruinen, ein Bauernhof. Im Stile der von Bänkelsängern benutzten Bildtafel zeichnete er auf einem in achtzehn Fächer aufgeteilten Blatt eine Moritat von einem haltlosen Schüler, der in Frack und kurzer Hose gekleidet, auf die abschüssige Bahn gerät und schließlich am Galgen endet. Auch in späteren Jahren zeichnete er, so für seine Neffen, Tiergruppen und Soldaten. Der Nachlass des Dichters, der im Schiller-Nationalmuseum in Marbach a.N. aufbewahrt wird, enthält nur Bleistiftzeichnungen, die - bis auf eine in seinem Notizbuch - vermutlich nach Vorlagebüchern entstanden sind, wie sie damals im Zeichenunterricht üblich waren. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt