Reych Nr. 181

Anzengruber, Ludwig

Unbekannt ·A-C

Beschreibung

Anzengruber, Ludwig (auch Gruber, L. Momus)
Titel: Steinklopferhans
Reych: Nr. 181 Castellum Cornoviae (Korneuburg)
Geb.: 29.11.1839 in Wien
Gest.: 10.12.1889 ebenda

Volltext

österreichischer Schriftsteller Anzengruber wurde als Sohn eines kleinen Beamten der Hofbuchhaltung in Wien geboren. Sein Vater starb recht früh, sodass ein Vormund für den gerade 5 Jahre alten Buben bestimmt werden musste. Mit 16 Jahren trat er in eine Sortimentsbuchhandlung ein, wo er wahllos las, was ihm in die Hände fiel. Sein Vormund begleitete ihn häufig zu Vorstellungen im Burgtheater, was den jungen Anzengruber anregte, jugendliche Schnurren, u.a. auch Nestroysche Stücke zu parodieren. In den Jahren 1860-67 lernte er, von der treuen Mutter begleitet, das schlimme Los des Wanderkomödianten kennen. Eine besondere schauspielerische Begabung besaß er eigentlich nicht, aber er schrieb ununterbrochen Stücke. 1869 wurde er schließlich Kanzleibeamter bei der Wiener Polizei und konnte sich nun in seiner Freizeit ganz auf seine schriftstellerische Tätigkeit konzentrieren. Als sein etwas antiklerikales Volksstück „Der Pfarrer von Kirchfeld" bei der Uraufführung am Theater an der Wien am 5. Nov. 1870 ein Aufsehen erregender Erfolg wurde, trat er von seinem Amt zurück und widmete sich jetzt gänzlich der Schriftstellerei. Peter Rosegger war alsbald ein Freund fürs Leben 1871 folgte die Charaktertragödie „Der Meineidbauer", 1872 das komische Meisterstück Anzengrubers „Die Kreuzelschreiber", 1874 „Der G'wissenswurm", 1876 „Der Doppelselbstmord" und 1878 „Das vierte Gebot". Im gleichen Jahr erhielt der Dichter zusammen mit Wilbrand und Nissen den Schillerpreis, 1887 den Grillparzerpreis für seine Weihnachtskomödie „Heimg'funden“. Besonderen Anklang fanden „s' Jungferngift“ und „Der ledige Hof'. Als Erzähler schrieb er seine bedeutendsten Romane „Der Schandfleck" und „Der Sternsteinhof". Seit 1882 arbeitete er für das „Wiener Familienblatt" und übernahm 1884 die Redaktion des Witzblattes Figaro. An seinem 50. Geburtstag lag er bereits ernstlich erkrankt und verstarb zwei Wochen später. 1893 wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof und 1905 auf dem Schmerlingplatz ein Denkmal errichtet, die beide von H. Scherpe gestaltet wurden. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt