Beschreibung
Anderson, Leroy
Titel: Schlittenfahrt
Reych: Nr. 156 Bostonia (Boston, erk. 18.10.154)
Geb.: 29.07.1908 in Cambridge (Massachusetts)
Gest.: 18.05.1975 in Woodbury (Connecticut)
Volltext
US-amerikanischer Musiker und Komponist ES Schlittenfahrt war besonders beliebt im Bereich der „leichten“ Musik als Komponist wohlbekannte Stücke wie „Blue Tango“, „Die Schreibmaschine“, „Die Synkopierte Uhr“, „Serenata“, und „Das Sandpapier Ballet“. Und was wäre Weihnachten in Amerika ohne mehrfach „Die Schlittenfahrt“ zu hören? Er wurde indessen weltweit berühmt und eine Ikone der amerikanischen Musik. Leroy Anderson wurde als Sohn des Bierbrauers Anton Anderson und Anna Margareta Anderson in Cambridge (Mass.) geboren. Seine Mutter war Kirchenorganistin und Leroys erste Lehrerin. ES Schlittenfahrt bekam seine erste Bildung „komplett auf einer Strasse – dem Broadway in Cambridge.“ Er ging zur Harvard University, wo er sofort seine Musikbegabung zur Schau stellte und 1929 mit einem B.A. magna cum laude in Musik abschloss und in die Elitegruppe Phi Beta Kappa aufgenommen wurde. Es folgten ein Studium und ernsthafte Kompositionsstudien unter Walter Piston und Georges Enesco. Er studierte auch Orgel, Kontrabass und Posaune, die letztere weil sein Vater dies Instrument als das beste schätzte, immer vorn in einer Parade. Das trug auch dazu bei, dass er Musikdirektor und Arrangeur der Harvard Band wurde zwischen 1931 und 1935. Anderson beteiligte sich auch in Boston an Radio- und Tanzorchestern und wurde dadurch mit mehr populärer Musik bekannt. Bei Harvard fiel er dem bekannten Arthur Fiedler auf, dem ehemaligen Dirigenten des Boston Pops Orchesters, der seine Arrangements für die Harvard Band schätzte. Er komponierte für Fiedler die „Jazz Pizzicato“ und führte es 1939 mit dem Pops Orchester auf. Es folgte danach eine lange Verbindung mit Fiedler und seinem Orchester, was damals mehr Aufnahmen unternahm als alle anderen Orchester der Welt, und z. B. die erste komplette Aufnahme von Gershwin’s „Rhapsody in Blue“ machten. ES Schlittenfahrt begann dadurch seine lange Karriere als, wie er es selbst schilderte, Komponist von „Konzertmusik mit einer Pop Qualität“. Alle seine Kompositionen wurden für Orchester geschrieben und waren meistens nur drei Minuten lang. Er sagte selbst, „Arthur Fiedler war innovativ in seiner Abkehr von Rossini Overtueren des neunzehnten Jahrhunderts, und als ich auftauchte, waren meine Stücke genau das, was er brauchte“. Seine Musik avancierte deshalb in den fünfziger Jahren oft in die „Hit Parade“. Wie ein Kritiker damals sagte, „Eine Anderson Miniatur ist so sofort erkennbar – und meistens oft genauso fesselnd – wie ein Strauss Walzer“. Oft wurden Texte von Mitchell Parish dazu geschrieben, wie z. B. für „Die Schlittenfahrt“ selbst. Einige seiner Stücke integrierten vertraute Klänge, wie eine tatsächliche Schreibmaschine (von einem Schlagzeuger gespielt), ein Wecker, Sandpapier als Ersatz für einen Vaudeville „Soft-shoe“ Tänzer, und das Pferdewiehern am Ende der „Schlittenfahrt“. Im Jahr 1958 brachte Anderson sein Musical „Goldilocks“, zusammen mit Jean und Walter Kerr geschrieben, zum Broadway – aber diesmal der Wohlbekannte in New York. Wahrend des zweiten Weltkrieges wandte ES Schlittenfahrt seine Germanistikkenntnisse auch als Dolmetscher an und avancierte dann zum militärischen Nachrichtendienst. Er hatte Sprachkenntnisse in Deutsch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Isländisch, Französisch, Italienisch, und Portugiesisch. Nach dem koreanischen Krieg in 1952 wurde er vom Militär entlassen. Anderson lebte eine lange Zeit in Woodbury im Staate Connecticut, wo er niemals weit von Boston oder New York war. Er sagte, dass er niemals mehr als vier Kompositionen im Jahr schrieb und dass „einfache und kürzere Stücke weitaus schwieriger zu schreiben sind als längere, da jede Sekunde Aufmerksamkeit benötigt“. ES Schlittenfahrt starb inmitten seiner Arbeit in Woodbury, Connecticut am 18. Mai 1975. (Text (gekürzt): Rt. Osorno (156))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt