Beschreibung
Artmann, Hans Carl
Titel: H.C. mit der schwarzen Tinten
Reych: Nr. 362 Alta Carinthia (Spittal a.d. Drau)
Geb.: 12.06.1921 in Wien-Breitensee
Gest.: 04.12.2000 in Wien
Volltext
österreichischer Dichter H(ans)C(arl) Artmann wurde am 12. Juni 1921 in Wien-Breitensee - oder in seiner dichterischen Fiktion in „St. Achaz am Walde“- geboren. Er wuchs in Wien auf und arbeitet nach dem Schulbesuch als Büropraktikant. Den zweiten Weltkrieg verbrachte er als Soldat der deutschen Wehrmacht. Im Jahr 1941 wurde er an der Ostfront verwundet. H.C. Artmann veröffentlichte ab 1947 literarische Texte. Ab 1952 arbeitete er in der „Wiener Gruppe“, von der er sich aber 1958 distanzierte. In diesem Jahr erzielte er mit dem Gedichtband „med ana schwoazzn dintn“ seinen ersten großen Publikumserfolg. Das Dialektgedicht war eine der vielen Facetten des literarischen Schaffens, geprägt von Poesie und Spiel mit der Sprache. Es entstand ein Riesenopus an Romanen, Lyrik, Erzählungen und Gedichten. H.C. Artmanns bewegtes Leben führte in quer durch Europa mit Wohnsitzen in Paris, Malmö und Berlin. Seinem Sprachentalent verdanken wir auch viele Übersetzungen aus dem Englischen, Spanischen und Französischen. H.C. Artmann gehörte zu den ganz Großen der deutschsprachigen Literatur in der Nachkriegszeit. Er erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen: So unter anderen 1974 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur, 1984 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, 1991 die Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg und 1997 den Georg Büchner-Preis. Als er am 4. Dezember 2000 in Wien starb, war für seine Kollegen „die Sonne der Poesie untergegangen“. Zu der Stadt Spittal an der Drau und zu den Sassen des hohen Reyches Alta Carinthia gab es zahlreiche Beziehungen. Die im Jahre 1960 in Spittal gegründeten „Komödienspiele auf Schloss Porcia“ verdankten ihren großen Erfolg seinen freien Übersetzungen von Klassikern. Hier wurde auch H. C. Artmanns „Kein Pfeffer für Czermak“ uraufgeführt. Die Arbeit mit dem Intendanten der Festspiele Herbert Wochinz führte den Dichter jährlich im Sommer in die Oberkärntner Bezirksstadt, der er durch eine gemeinsame Tochter mit einer Spittalerin verbunden war. Burg und Vorburg der „Alta Carinthia“ im prächtigen Renaissanceschloss Porcia dienen ja in der Sommerung als Garderobe für die Komödienspiele und H.C. Artmann wohnte beim legendären Ritter Ox von Aesculap. Es gab zahlreiche Freundschaften zu weiteren Sassen des Reyches und fröhliche Abende mit dem trinkfesten Poeten. Den Rittern Ex-Akt und Capud war es noch im Jahr 1996 profan vergönnt, die Verleihung des „Goldenen Ehrenzeichen des Landes Kärnten“ an den Dichter vorzunehmen. H.C. Artmann lehnte es grundsätzlich ab, einem Verein beizutreten, aber im Originalzitat: „Wenn ein Verein, dann die Schlaraffia Alta Carinthia“. Es war daher an eine Selbstverständlichkeit, dass das Reych Nr. 362 diesen Geisterheroen nach seinem Ableben zum Ehrenschlaraffen erkürte. Als ES HC von der schwarzen Tinten ist H.C. Artmann nun auch offiziell einer von uns. (Text: H.R. Alta Carinthia (362))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt