Reych Nr. 154

Auersperg, Anton Alexander Graf von

Unbekannt ·A-C

Beschreibung

Auersperg, Anton Alexander M. Graf von (auch Grün, Anastasius)
Titel: Schutt
Reych: Nr. 154 Aemona (Laibach)
Geb.: 11.04.1806 in Laibach
Gest.: 12.09.1876 in Graz

Volltext

österreichischer Dichter Auersperg, in Laibach, dem heutigen Lubljana / Jugoslawien geboren, entstammt der pancrazischen Hauptlinie eines altschwäbischen Adelsgeschlechts und war Besitzer der Güter Gurkfeld und Thurn am Hart in Krain. Als 7 jähriger wurde Auersperg auf die Ritterakademie geschickt, wo die Lehrer zwar seine ausgezeichneten Anlagen bewunderten, aber über seine Unbändigkeit Klage führten, kam von Ingenieurakademie Privaterziehungsinstitut des Herrn von Klinkowström. 1824 begann er ein Studium der Rechte in Wien und Graz. Während er seinen Anschauungskreis durch größere Reisen erweiterte, stellte er das Gedichtbändchen „Blätter der Liebe" und den Romanzyklus „Der letzte Ritter" zusammen und ließ sie trotz des Verbotes, Werke im Ausland herauszugeben, bei Frankh in München unter seinem Pseudonym Anastasius Grün erscheinen. 1831 folgten die „Spaziergänge eines Wiener Poeten", die mit ihrer politisch-freisinnigen Tendenz einiges Aufsehen erregten. Während die Polizei nach dem Verfasser fahndete, saß Auersperg auf seinem Gut und verbrachte den Winter meist in Wiener literarischen Kreisen. Herzliche Freundschaft verband ihn unter anderen mit Lenau. Nach einer Italienreise gab er die Gedichtsammlung „Schutt“ heraus, die ihm nochmals einen großen Erfolg brachte. Nach der Veröffentlichung der „Gedichte“ sah er sich durch eine literarische Fehde genötigt, die bisher geleugnete Verfasserschaft einzugestehen, worauf ihm Metternich das Versprechen abnötigte, entweder zu schweigen oder auszuwandern. So erfolgte eine Epoche dichterischer Untätigkeit. Um zu beweisen, dass er seine dichterische Freiheit nicht verkauft habe, schrieb er das komische Epos „Nibelungen im Frack", das aber nur laue Aufnahme fand. Inzwischen hatte er seine politische Wirksamkeit im krainischen Landtag begonnen, ging in den Revolutionstagen nach Wien, wo er Zeuge von Metternichs Sturz war. Mit dem Patent der neu verliehenen Konstitution in der Tasche eilte er nach Graz und entfaltete eine fieberhafte Tätigkeit. 1850 ließ er das Epos „Pfaff vom Kahlenberg" und die „Volkslieder aus Krain" erscheinen. 1860 wurde er in den Reichsrat für Krain gewählt und 1861 vom Kaiser als Mitglied des Herrenhauses auf Lebzeiten berufen. 1876 gab er noch eine Nachlese seiner Gedichte „In der Veranda" heraus, aber noch im selben Jahr, als er seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte, erlitt er in Graz einen Schlaganfall, dem er nach einem schweren Todeskampf erlag. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt