Beschreibung
Carossa, Hans Dr.
Titel: Gion
Reych: Nr. 370 Im Isarwinkel (Geretsried)
Geb.: 15.12.1878 in Tölz
Gest.: 12.09.1956 in Rittsteig
Volltext
deutscher Arzt und Dichter Die väterlichen Vorfahren waren einst aus Savoyen nach Deutschland gekommen, der Vater Karl Carossa war Arzt und hatte seine Praxis nahe Königsdorf, bevor er 1888 seine Praxis nach Pilsting bei Landau verlegte. Hans Carossa wurde durch den bismarckisch gesinnten Vater streng erzogen, bevor er in Landshut in einem fast klösterlichen Internat das Gymnasium besuchte. Nach dem Abitur begannen die Jahre des Medizinstudiums in München, Leipzig und Würzburg (1897 - 1902). Während seines Studiums erwachte plötzlich der Dichter in ihm. 1903 hat sein Vater in Passau eine neue Praxis eingerichtet. In dieser Zeit entsteht sein autobiographisches Buch mit dem Titel „Der Tag des jungen Arztes", das wie kein anderes Buch stimmungsvolle Schilderungen der Stadt Passau enthält. 1907 hat Hans Carossa geheiratet und er hoffte auf eine ruhige Privatpraxis als Lungenfacharzt in München, die ihm auch genügend Zeit für dichterisches Schaffen lassen würde, aber seine Pläne wurden 1916 durch die Einberufung an die rumänische Kriegsfront und die späteren Folgen des verlorenen Krieges durchkreuzt. Diesem Erlebnis verdanken wir sein „Rumänisches Tagebuch". Erst nach seinem 50. Geburtstag im Jahre 1929 konnte er sich allmählich von seiner Praxis in Rittsteig lösen. Dazwischen unternahm er Reisen ins alte Sehnsuchtsland Italien, ferner Dichterlesungen in Norddeutschland und in der Schweiz. In Zürich erhält er den Gottfried-Keller-Preis, den Goethepreis in Frankfurt a. Main. Im Sog angetragene Präsidentschaft „Europäischen Schriftstellervereinigung" an. Im April 1945 schrieb Carossa einen beschwörenden Brief an den Oberbürgermeister von Ulm, alles zu versuchen, die Stadt vom Überrollen des Krieges zu verschonen. Sein Bekenntnisbuch „Ungleiche Welten" und ein späterer Gedichtband „Stern über der Lichtung" zeugen von der Ergriffenheit durch die Ereignisse jener Tage. In den letzten zehn Jahren seines dichterischen Schaffens ist Carossa fast eins geworden mit dem mythischen Strom und der Stadt Passau. Besonders hervorzuheben sind noch folgende Werke: „Doktor Bürgers Ende", „Der Arzt Gion", „Geheimnisse des reifen Lebens", „Verse aus dem Abendland" und „Das Jahr der schönen Täuschungen". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt