Reych Nr. 19

Böcklin, Arnold

Unbekannt ·A-C

Beschreibung

Böcklin, Arnold
Titel: Pan
Reych: Nr. 19 Turicensis (Zürich)
Geb.: 16.10.1827 in Basel
Gest.: 16.01.1901 in Fiesole

Volltext

schweizer Maler Das dritte Kind des Baseler Kaufmanns Chr. Fr. Böcklin besuchte ab 1841 das städtische Gymnasium und erhielt nebenbei bei L. Kelterborn Zeichenunterricht. Von seinem Lehrer unterstützt, beschloss er Maler zu werden und verließ vorzeitig das Gymnasium, um an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Joh. Wilh. Schirmer zu studieren (1845-47). Im Anschluss daran machte er Studienreisen nach Antwerpen, Brüssel und Paris, wo er den Louvre und den privaten Aktsaal „Suisse" besuchte. Ab 1850 bereiste er Italien, wo er in Rom O. Achenbach, L. Thiersch und F. Dreber kennen lernte. In dieser Zeit entstanden zunächst heroische Landschaften mit kleiner Staffage aus der antiken Mythologie, dann naturnahe Stimmungsbilder. Mit Hilfe des angesehenen Malers A. Riedel verkaufte er sein Werk „Kentaur und Nymphe". 1853 heiratete er die Waise Angela Rosa Lorenza Pasucci. 1857 kehrte er aus Furcht vor einem Haftbefehl der Inquisition nach Basel zurück, wo er einen Freundeskreis „Leimsutt" fand. 1858 beauftragte ihn nach Befürwortung Feuerbachs der Konsul Wedekind, den Speisesaal seines Hauses in Hannover mit Szenen über das Thema Mensch und Feuer auszumalen. Im gleichen Jahr übersiedelte er nach München, wo er und seine Kinder an Typhus erkrankten. Dazu wurde seine Existenzangst wegen Geldmangels immer größer. Zum Glück kaufte König Ludwig I. im März 1859 sein Bild „Pan im Schilf'. Durch dieses Aufsehen erregende Ereignis errang Böcklin nachhaltiges Ansehen und wurde an die Kunstschule von Weimar berufen. Auf Empfehlung von Paul Heyse kaufte der Kunstsammler Graf Schack bis 1874 eine große Anzahl der Böcklinschen Gemälde. In Weimar malte Böcklin u.a. den „Panischen Schreck", „Die Jagd der Diana" und „Mord im Schlossgarten". 1862-66 weilte Böcklin wieder in Italien, wo er zum erstenmal Eindrücke von der antiken Malerei in Neapel und Pompeij empfing. Seit dieser Zeit wurden seine Werke entschieden stimmungsvoller komponiert, wie z.B. die „Villa am Meer'' in einer dunkleren und einer helleren Ausführung. 1866-71 hielt sich Böcklin wieder in Basel auf. 1867 waren seine Bilder aus der Schack-Galerie auf der Pariser Weltausstellung zu bewundern. Die Stadt Basel, die bereits „Die Jagd der Diana" erworben hatte, kaufte sein Bild „Christus und Magdalena" und erteilte ihm den Auftrag, das Treppenhaus des Baseler Museums mit großen figürlichen Fresken, Magna mater, Flora und Apollo auszustatten. Er schuf damals auch die berühmten Sandsteinmasken an der Baseler Kunsthalle und einige der beliebtesten Bilder der Schackgalerie, wie „Liebesfrühling“ und „Drachenschlucht". Böcklin wurde mehr und mehr zum Figurenmaler menschlicher und halbmenschlicher, mythischer Gestalten. In München (1871-74) malte er die ersten von Ariosts „Orlando furioso" angeregten Bilder, die „Kitaurenkämpfe“ und das erste „Tritonenbild". In Florenz (1874-85) fand er den Freundeskreis um A. V. Hildebrand und H. V. Marees. Hier entstanden Bilder, die zum Teil heftigen Widerspruch und glühende Begeisterung auf der andern Seite erwirkten: „Gefilde der Seligen", „Toteninsel", „Heiliger Hain", „Frühlingstag", „Ruinen am Meer", „Spiel der Wellen": In Zürich (1885-92), wo er eng mit Gottfried Keller befreundet war, malte er in erneut gesteigerter Farbenpracht: „Venus Genetrix", „Heimkehr des Landsknechts", „Die Alten in der Gartenlaube", „Kentaur in der Dorfschmiede", „Najaden“. Das letzte Jahrzehnt verbrachte er in Fiesole bei Florenz. Hier schuf er noch einige eindrucksvolle Werke mit meist düsterer Stimmung, wie „Francesca da Rimini" und die „Pest“. Nach schwerer Krankheit starb er 1901 in seiner Villa Bellagio. Sein Selbstbildnis mit dem fiedelnden Tod bleibt vielen von uns in Erinnerung. 1902 erstellte Venedig eine Nachlassausstellung. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt