Beschreibung
Telemann, Georg Philipp
Titel: Melante der Vieltönige
Reych: Nr. 120 Ravensbergia (Bielefeld)
Geb.: 14.03.1681 in Magdeburg
Gest.: 25.06.1767 in Hamburg
Volltext
deutscher Komponist In Leipzig wurde der Student der Jurisprudenz endgültig für die Musik gewonnen. Im musikalischen Selbststudium erreichte er eine Vollkommenheit wie selten zuvor. Mit Händel und Hasse gehörte er zu den ersten deutschen Komponisten, die zu abendländischer Geltung gelangten. Telemann, der eine ganz ungewöhnliche Karriere machte und über Leipzig und Frankfurt 1721 Musikdirektor der fünf Hauptkirchen Hamburgs und ein Jahr später auch Leiter der Oper in Hamburg wurde, gehörte zu den fleißigsten Komponisten seiner Zeit. Um dieses Amt anzutreten, war Telemann mit seiner zweiten Frau und sieben Kindern nach Hamburg gezogen. Bei dem teuren Leben und der Verschwendungssucht seiner Frau mag er oft über Ein- und Auskommen gegrübelt haben. Eine Kompetenzrangelei mit dem Ratsdrucker über den Verkauf von Textbüchern zu seinen Passionsmusiken schuf vorübergehend Ärger. Doch dann schien er sich so gut arrangiert zu haben, dass er den begehrten Posten des Leipziger Thomaskantors ebenso ausschlagen konnte, wie einen Ruf nach Russland. In Hamburg hatte er eine Unzahl Instrumentalmusik zu Papier gebracht, denn groß war der Bedarf an neuer Musik beim Collegium musicum, das zunächst in Telemanns Wohnung konzertierte. Als Kleinod barocker Opernkunst schätzt man auch heute wieder sein Zweipersonenstück „Pimpione“. Anlässlich der Hundertjahrfeier der Admiralitätsfeier erklang im Baumhaus die Ouvertüren-Suite „Hamburger Ebb und Fluht", deren Melodienführung mit an- und abschwellender Dynamik das Kommen und Gehen der Gezeiten malte. Diese „Wassermusik" ist heute auch auf der Schallplatte eingespielt. Wissen es eigentlich viele, dass Telemann eine ganze Kantate im Hamburger Platt schrieb und in einer Suite seine Hörer mit klingenden Hamburgensien wie „das Alster-Echo", „Hamburgische Glockenspiele" oder „Der Schwanengesang" überraschte? Kein anderer in Deutschland wirkender Komponist gebot damals über eine solche Machtfülle, kein anderer erfreute sich einer solchen Wertschätzung. Als zur „Subkription“ der berühmten „Tafelmusik“ aufgefordert wurde, kamen sogar Bestellungen aus Frankreich und England, aus Spanien und den skandinavischen Ländern. In Hamburg erklang die in St. Katharinen uraufgeführte „Donner-Ode" nicht weniger als vierzehnmal und mit dem im neuen Konzertsaal auf dem Valentinskamp uraufgeführten Oratorium „Der Tag des Gerichts" sowie der Kantate „Ino" öffnete er ein weites Tor in die Zukunft. Telemann galt wegen des harmonischen Klangzaubers und seiner originellen Formideen als Schöpfer einer neuen deutschen Musik. Er schien geradezu unerschöpflich bis ins hohe Alter hinein. Man schätzt die Zahl seiner Orchestersuiten auf tausend, seiner Kirchenkantaten auf 1400. Etwa 50 Opern und Oratorien und etwa genau so viel große geistliche Kompositionen stammen aus seiner Feder. Dabei fürchtete er immer, „ganz marode melodiert zu haben". Telemann verstarb in seiner Wohnung an den Hohen Bleichen in Hamburg als 86jähriger. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt