Beschreibung
Tolstoi, Leo Nikoljewitsch Graf
Titel: Philantropos
Reych: Nr. 171 Villa Hermanni (Hermannstadt)
Geb.: 09.09.1828 in Jasnaja Poljana
Gest.: 20.11.1910 in Astapowo
Volltext
russischer Dichter Er entstammt einer alten Adels- und Gutsbesitzerfamilie und diente nach dem Studium der Rechte und orientalischer Sprachen 1851-56 als Offizier in der Kaukasusarmee. Ab 1857 lebte er abwechselnd in Moskau und auf seinem Landgut, unternahm mehrere Europareisen und heiratete 1862 Sofia Andrejewna Bers. Nun zog er sich völlig auf sein Gut zurück, widmete sich ganz der Schriftstellerei und unterrichtete Bauernkinder. Aus einer schweren religiösen Krise entstand 1882 die Autobiographie „Meine Beichte". Er überwarf sich mit der Kirche und wurde 1901 exkommuniziert. Nach dem Bruch mit seiner Familie (1910) starb er auf dem Weg zu einem unbekannten Einsiedlerdomizil. Unter Verwendung seiner Tagebuchaufzeichnungen schrieb er die autobiographischen Werke „Kindheit“ (1852), „Knabenjahre“ (1854), und „Jugend“ (1857). Die offene Kritik an der ungerechten Klasseneinteilung führte u.a. in dem Roman „Auferstehung“, (1890), zur Ablehnung aller staatlichen und kirchlichen Autorität. Trotz vitaler Lebensfreude vertrat er urchristliche moralische Forderungen vor allem der Nächstenliebe und der Gewaltlosigkeit. In seinem erzählenden Werk und in den weltberühmten Romanen deckte er realistisch den Irrgarten der menschlichen Psyche auf. So entstanden der epische, historisch-philosophische Roman „Krieg und Frieden" (1869), aus der Zeit der napoleonischen Kriege, der Ehe- und Gesellschaftsroman „Anna Karenina" (1878), sowie zahlreiche Novellen und Erzählungen, darunter „Drei Tode" (1858), „Die Kosaken" (1863), „Die Kreutzersonate" (1886), sowie Dramen wie „Die Macht der Finsternis" (1886) und der „Lebende Leichnam" (1900). (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt