Reych Nr. 125

Wolff, Karl Felix

Unbekannt ·V-Z

Beschreibung

Wolff, Karl Felix
Titel: Rosengarten
Reych: Nr. 125 Pons Drusi (Bozen)
Geb.: 21.05.1879 in Karlovac
Gest.: 25.11.1966 in Bozen

Volltext

südtiroler Dichter Karl Felix war der Sohn des Sudetendeutschen Johann Wolff und dessen Frau Lucilla von Busetti, die 1881 nach Bozen zogen. Der Vater wurde Offizier der österreichischen Artillerie. K.F. Wolff wurde 1897 Redaktionspraktikant, kurz danach Korrespondent mehrerer Zeitungen und machte Sprach- und landeskundliche Forschungen. Zwischenzeitlich war er auch Gasthörer an deutschen Universitäten. Auf seinen ausgedehnten Wanderungen in den Dolomiten, in Ladien und im Fieimser Tal sammelte er mit großem Eifer deutsch und ladinisch tradierte Sagen, Märchen und Volkserzählungen, die er in seinem viel gelesenen Hauptwerk „Dolomiten-Sagen“ veröffentlichte. Alle Zeitungsberichte waren voll des verdienten Lobes: „Eine ergreifende dichterische Schönheit zeichnet alle diese Märchen aus" (Innsbrucker Nachrichten). „Von eigenstem Reiz und Ausdruck, wie das rätoromanische Volkstum, wie die seltsame Gestalt und Farbe jener auf Erden nur einmal vorhandenen Berge, ist der Erzählerton dieser Sagen, ist die Vielheit ihrer Motive. Eine unendliche Liebe zu Land und Volk, ein tiefes sprachliches und menschliches Verstehen, nicht zuletzt auch die sicher formende Hand haben dazugehört, um diese drei Bände als fertiges Ganzes der Leserwelt zu schenken" (Münchner Neueste Nachrichten). Wer zu lesen und zu fühlen versteht, wird aus den Dolomiten-Sagen das Bergland, den Bergbewohner und den Hüter der romantischen Taler von ganzer Seele kennen lernen. Über „König Laurin und sein Rosengarten" schrieb die Münchner „Zeit und Schule": „Um das alte Märchen vom Zwergenkönig Laurin, der hoch über Eisack und Etsch seine herrlichen Rosen pflegen ließ, dieweilen er tief drinnen in den Kristallburgen seiner Berge bei unermesslichen Schätzen seiner Königin Similde harrte, ranken sich in Wolffs Darstellung wie zauberische Blüten aus Laurins Garten selbst eine Reihe von Sagenzwergen, die aus dem selben Stamme schossen. Beglückend schlicht erzählt, hat das Bändchen durch die treue Wiedergabe mittelalterlicher Verse eine köstliche Bereicherung erfahren." Weitere bekannte Werke von ihm sind „Vom Wein im Etschland" (1926), „Südtirol", „Monographie der Dolomitenstraße", „Dolomitenfahrt." Der liebenswerte Dichter verstarb in bescheidenen Verhältnissen, zurück bleiben die reichen Erinnerungen an den poesievollen Dichter. Karl Felix Wolff war Ehrenmitglied der Universität Innsbruck und des Südtiroler Künstlerbundes sowie Träger des Walther-von-der-Vogelweide-Preises. Wolff war nicht nur Forscher und Gelehrter, Wissenschaftler und Schriftsteller, er war vor allem ein Mensch mit Herz, ein väterlicher Freund und Ratgeber und nichts konnte sein Herz mehr erfreuen, als zu sehen, dass seine Lebensarbeit nicht umsonst war und Nachfolger heranwachsen. Das Land Südtirol - allen voran aber die Taler Ladiniens - werden ihm, der Südtirol selbst über Europa hinaus bekannt machte, ein ehrendes Andenken bewahren, im Reych Pons Drusi bleibt er immer gegenwärtig. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt