Beschreibung
Vörösmarty, Mihály
Titel: Szógat
Reych: Nr. 100 Temesia (Temesvar)
Geb.: 01.12.1800 in Puszta-Nyék
Gest.: 19.11.1855 in Pest
Volltext
ungarischer Dichter Ihm, dem bedeutenden Dichter der ungarischen Romantik, gebührt ein Platz in der Reihe der internationalen Größen dieser Epoche neben Byron, Viktor Hugo, Mickiewicz und Puschkin. In der ungarischen Literatur ist seine Leistung mehr als die Zusammenfassung und Vollendung all dessen, was vor ihm war. Er schuf eine Dichtung, die nicht von literarischen Einflüssen, sondern von den inneren Gesetzen seines Talents bestimmt wurde. Er fand die Antworten auf die Schicksalsfragen seiner Zeit, wie sie nur ein Dichtergenie finden konnte. Geboren in Nyék in Westungarn, wuchs er in ärmlichen Verhältnissen, in einer katholischen Familie auf. Der Vater, Verwalter auf einem gräflichen Gut, starb früh, die große Familie sank aus „ehrenvoller Armut" ins Elend hinab. Er konnte seine Schulen und die Universität nur beenden, indem er bei wohlhabenden Familien als Erzieher tätig war. Die romantische Neigung des jungen Mannes wurde durch eine geheime hoffnungslose Liebe zu der Schwester seiner Zöglinge, der reichen und vornehmen Etelka von Perczel, verstärkt. Schon als Schüler begann er Verse zu schreiben und in der Zeit zwischen dem 15. und 23. Lebensjahr entstanden fast so viel Gedichte, wie während seines zweiten Lebensabschnittes. In dem Dorf Bonyhád, wo er den Sommer mit seinen Zöglingen verbrachte, führte er mit dem Kaplan Gespräche über die Dramen Shakespeares, Schillers und Goethes. Der Pfarrer lenkte aber seine Aufmerksamkeit auf Homer, Tasso und letztlich auch auf Zrinyi. Ab 1823, als er seine Praktikantenzeit als Rechtsgehilfe bei einem leitenden Komitatsbeamten ableistete, flammte der nationale Widerstand gegen den Habsburger Absolutismus auf. Von Liebe und Patriotismus erfüllt und durch die Vorbilder aus der Weltliteratur ermutigt, fühlte er sich fähig, größere Werke in allen literarischen Gattungen zu schaffen. Schon 1821 hatte Vörösmarty das Trauerspiel „König Salomo" und die poetische Erzählung „Triumph der Treue" geschrieben und lyrische Gedichte in Almanachen veröffentlicht. Durch das 1825 erschienene Epos „Die Flucht Zalfins" wurde er bekannt und sein Name zu einem gefeierten Dichter des Landes erhoben. Besonders beliebt wurde sein patriotisches Trinklied „Toti dal" und die Ode „Szozat" (Aufruf), die später zur ungarischen Nationalhymne erhoben wurde. 1830 wurde er Mitglied der ungarischen Akademie. Seine Werke sind sowohl von den stürmischen Gegensätzen der Romantik wie auch von dem Glauben an die Zukunft der Menschheit und seiner Nation erfüllt und philosophisch vertieft. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt