Beschreibung
Wildgans, Anton Dr. h.c.
Titel: Rabanser
Reych: Nr. 230 Claustroneoburga die allzeyt Getreue
Geb.: 17.04.1881 in Wien
Gest.: 03.05.1932 in Mödling
Volltext
(Klosterneuburg) 296 Auf der Mauer (Wien) 181 Castellum Cornoviae (Korneuburg) 378 Graetz an der Mur (Graz) österreichischer Jurist, Schriftsteller und Journalist Wildgans stammte aus einer alten Wiener Familie. Seine Mutter stammte aus dem Ernteland und starb, als er gerade vier Jahre alt war. Nach dem Schulbesuch am Piaristengymnasium studierte er gemäß der Familientradition ebenfalls Jura und praktizierte 2 Jahre am Oberlandgericht in Wien. Zuvor hatte er mit seinem Schulfreund Trebitsch eine Seereise über Indien nach Australien gemacht. Bereits 1911 trat er aus dem Gerichtsdienst aus, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Die Mitarbeit bei der „Muskete“ als Journalist hatte ihn nicht sonderlich befriedigt, sodass er ab 1912 als freier Schriftsteller arbeitete. In den Jahren 1921-22 und wieder 1930/31 leitete er das Wiener Burgtheater, wurde zum Hofrat und Ehrendoktor der Universität Wien ernannt. Seine Lyrik war anfänglich von der Hofmannthals und Rilkes beeinflusst, fand aber bald ihren eigenen, durch Naturverbundenheit und Reichtum seelischen Erleben gekennzeichneten Stil. Seine idealistische Weltanschauung zeigte sich schon in seiner ersten Sammlung „Herbstfrühling“, erst recht aber in seinen späteren Sammlungen, mit denen er sich in die Reihe der bedeutendsten Lyriker und Dramatiker seiner Zeit stellte. Hier seien genannt „Und hättet der Liebe nicht" (1911),.„Die Sonette an Ead" (1913), „Das große Händefalten" (1914), die Kriegslyrik „Österreichische Gedichte" (1915), „Mittag, neue Gedichte" (1917), „Dreißig Gedichte" (1917), „Ausgewählte Gedichte" (1921), „Sonette aus dem Italienischen" (1924), „Gedichte um Pan" (1928), „Buch der Gedichte" (1929) und „Späte Ernte" (1937 u. 1947) ferner das Epos „Kirbisch oder der Gendarm, die Schande und das Glück" im homerischen Versmaß (1927). Von seinen dramatischen Dichtungen ist „In Ewigkeit Amen" ein durchaus naturalistisches Gerichtsstück, die folgenden „Armut“, „Liebe“, „Dies irae" setzen naturalistisch ein und klingen in mystische Verse aus. Auch in dem biblischen Drama „Kain“ findet eine ähnliche Steigerung statt. Seinen eigenen Lebensroman (1909-11) beginnt er mit der Überschrift: „Ich heiße Rabanser...". 1934 erschien ein weiteres biographisches Werk aus seinem Nachlass: „Ich beichte und bekenne". Er starb, wie er gelebt hat - einsam. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt