Reych Nr. 70

Haller, Albrecht von

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Haller, Albrecht von Prof. Dr.
Titel: Alpinus
Reych: Nr. 70 Berna (Bern)
Geb.: 16.10.1708 in Bern
Gest.: 12.12.1777 ebenda

Volltext

schweizer Arzt, Botaniker, Dichter An mehreren Universitäten und mit Studienaufenthalten im Ausland eignete er sich eine umfassende geistes- und naturwissenschaftliche Bildung an und wurde 1736 Professor für Medizin und Botanik an der neuen Universität Göttingen. Dort gründete er eine Anatomie, eine Geburtsklinik, einen botanischen Garten und eine Zeichenakademie sowie die „Sozietät der Wissenschaften". Die in vielen Leichensektionen und Tierversuchen gewonnenen Erkenntnisse veröffentlichte er in den berühmten „Anatomischen Tafeln" (1743 - 1754) und in dem bis ins vorige Jahrhundert maßgeblichen Lehrbuch „Einführung in die Physiologie" (1747). Aus gesundheitlichen Gründen kehrte er 1753 nach Bern zurück. In dieser Zeit entstand neben umfangreichen botanischen Schriften sein großes achtbändiges Hauptwerk über Physiologie, Anatomie, Chirurgie und praktische Medizin (1757 - 1765). Als Dichter trat Albrecht von Haller mit philosophischer Lyrik hervor. Das große Gedicht „Die Alpen" (1732) wurde mit seiner reflektierenden Naturbetrachtung beispielgebend für diese literarische Gattung. Andere Gedichte behandeln religiöse, ethische und metaphysische Themen. Seine Altersromane „Usong“, „Alfred" und „Fabius und Cato" versuchen eine optimale Regierungsform zu Albrecht von Hallers Ruf als Universalgelehrter und als einer der bekanntesten Wissenschaftler seiner Zeit war so weltweit, dass von ihm die ergötzliche Anekdote im Umlauf war, ein Seeräuber, mit der Ausplünderung eines Schiffes beschäftigt, habe unter dessen Ladung eine Kiste gefunden, deren Deckel die Aufschrift trug: „Bücher für Herrn Professor Albrecht von Haller". Darauf habe er die Kiste in Ehrfurcht vor dem Genie des Schweizers unangetastet gelassen. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt