Beschreibung
Hesse, Hermann (auch Sinclair, Emil)
Titel: Ludi Magister Josefus der Glasperlenspieler
Reych: Nr. 86 Aurelia Aquensis (Baden Baden)
Geb.: 02.07.1877 in Calw
Gest.: 09.08.1962 in Montagnola
Volltext
deutscher Dichter und Schriftsteller Hesse war der Sohn eines Missionspredigers. Vier Jahre nach seiner Geburt zog die Familie in die Schweiz. So kam Hesse schon früh in das Land, in dem er den Großteil seines Lebens verbrachte und später Schweizer Bürger wurde. Nach fünfjährigem Aufenthalt in Basel kam für den Knaben wieder die Schule in Calw, dann das Klosterseminar in Maulbronn, aus dem er nach siebenmonatigen Aufenthalt entfloh, dann das Gymnasium in Cannstatt, darnach eine Buchhändlerlehre in Tübingen und eine Anstellung als Gehilfe in einer Basler Buchhandlung. Nachdem er 1904 eine Baslerin geheiratet hatte, zog er an das deutsche Ufer des Bodensees, um in Gaienhofen als freier Schriftsteller zu leben. Seine ersten Veröffentlichungen stammen jedoch schon von 1899. Während der letzten Basler Zeit hatte er Zeitungsartikel und Rezensionen geschrieben, Gedichtbände veröffentlicht und den Roman „Peter Camenzind" geschrieben. Er bezeichnete sich selbst nicht als Schriftsteller, sondern als Dichter, vielleicht weil er zuerst nur Gedichte verfasste. Hesse suchte immer der bürgerlichen Existenz zu entrinnen. Schon früh fand er Zuflucht beim Wein. Nervenzusammenbruch psychotherapeutische Behandlung. Von seiner ersten Frau, die ihrerseits gemütskrank war, ließ er sich scheiden, ging eine neue Ehe ein, die ebenfalls geschieden wurde. Ein dritte Ehe hielt dann allerdings über dreißig Jahre. Seine Italienreise im Jahre 1911 war mehr ein geistiges Abenteuer, von dem er sein Leben lang zehrte, wie sich das in dem 1922 erschienenen „Siddharta“ und in seinem Alterswerk „Glasperlenspiel" erweist. Seiner zwischenzeitlichen Übersiedlung nach Bern (1912) folgte 1919 der endgültige Umzug nach Montagnola im Tessin. Er schrieb die Romane „Peter Camenzind", „Unterm Rad", der das Leiden eines Jungen unter dem Druck der Schule schildert, „Gertrud“, „Rosshalde“, „Demian“, „Der Steppenwolf", „Narziss und Goldmund", dazwischen auch zeitkritische und philosophische Schriften, wie „Zarathustras Wiederkehr" und „Blick ins Chaos". Das „Glasperlenspiel" ist autobiographisch und zeigt seine Bevorzugung des klösterlich ruhigen Lebens auf, um den Blick nach innen zu bewahren. Dieses Hauptwerk brachte ihm wohl auch den 1946 den Literatur-Nobelpreis ein. In den letzten Jahren wurde es recht still um ihn, der die Stille liebte und kein Radio im Haus duldete. Er schrieb bis zuletzt schöne Gedichte, malte ein wenig, trank seinen Wein und bestellte seinen Garten, bis er im Alter von 85 Jahre starb. Wenig später erschien er den Hippies wie eine Offenbarung und heute ist er wieder auferstanden. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt