Beschreibung
Herbert, Victor
Titel: Victor Herbert
Reych: Nr. 128 Filadelfia (Philadelphia)
Geb.: 01.02.1859 in Dublin
Gest.: 26.05.1924 in New York City
Volltext
amerikanischer Komponist Seine Mutter, von der er wahrscheinlich die musikalische Begabung geerbt hat, war Fanny Lover, die Tochter des irischen Miniaturenmalers, Dichters und Komponisten Samuel Lover (1797 - 1868). Als Achtjähriger übersiedelte er nach Stuttgart und wurde dort von seiner Mutter und seinem Stiefvater, dem Arzt. Dr. Wilhelm Schmid, erzogen. Er studierte in Baden-Baden bei Bernhard Cossmann und später am Stuttgarter Konservatorium bei Max Seifriz. Schon in jungen Jahren komponierte er viel, trat aber in erster Linie als Orchester-Spieler und als Cello-Virtuose hervor. Nachdem er Mitglied des Stuttgarter Hoforchesters geworden war, heiratete er Therese Foerster, die als Sopranistin an der kgl. Oper in Stuttgart tätig war. 1886 ging das Ehepaar nach Amerika, wo beide von der Metropolitan Opera verpflichtet wurden. Herbert entfaltete neben seiner Zugehörigkeit zum Orchester der Metropolitan Opera eine rege Tätigkeit als Solist und als Lehrer. Mehrere Jahre hindurch war er Assistent von Anton Seidl. Daneben leitete er die Kapelle des berühmten 22. Regiments der New York National Guard. 1804 begann seine Laufbahn als Operettenkomponist.1898 bis 1904 gründete er das Victor Herbert Orchestra, das durch seine leichten klassischen und volkstümlichen Programme bekannt wurde. 1913 beteiligte Herbert sich an der Gründung der American Society of Composers, Authors and Publischers (ASCAP). Seine 1911 komponierte erste große Oper „Natoma“ bedeutet einen Markstein in der Entwicklung der amerikanischen Musikbühne. Die 1914 entstandene zweite Oper „Madeleine“ ist ein merkwürdiges, jedoch interessantes Experiment, dem kein Erfolg beschieden war. Auf Grund seiner ausgesprochen melodischen Begabung und seiner Fähigkeit, lyrische Situationen in ausgedehnten musikalischen Szenen einzufangen, ist er auf dem Gebiet der Operette einer der bedeutendsten Komponisten und ein echter Nachfolger Suppés, Strauß und Offenbachs. Obwohl manche seiner Operetten an librettistischen Mängeln leiden, so sind sie doch Allgemeingut und ist mit ihnen Herberts Name in Amerika ein Begriff geworden. Die erfolgreichsten Operetten waren „The Serenade" (1897), „The Fortune Teller" (1898), „The Singing Girl" (1899), „Babes in Toyland" (1903), „Mile Modiste" (1905), „The Red Mill" (1906), „Naughty Marietta" (1910), „The Enchantress" (1911), „Sweethearts” (1913), „The Only Girl" (1914) und „Eileen“ (1917). Auf Grund der Verbindung von Herberts germanischer Herkunft mit seiner lyrischen Begabung bedeuten sie innerhalb der amerikanischen Operette einen Höhepunkt an theatralischer Anmut. Durch Herberts lange Tätigkeit als Komponist und als Dirigent ist sein Name in Amerika fast zu einem nationalen Idol geworden. Seine 1916 komponierte Filmmusik „The Fall of a Nation" ist die erste amerikanische Filmmusik überhaupt und blieb für die weitere Entwicklung der Gattung von erheblicher Bedeutung. Anderen Komponisten gegenüber zeigte Herbert sich stets hilfsbereit. 1909 hatte er sich ausdrücklich für die gerechte Behandlung der Komponisten im amerikanischen Copyrightgesetz eingesetzt. Die Bemühungen der von ihm mitgegründeten American Society of Composers, Authors and Publishers sind schon 1914 von spürbarem Erfolg gekrönt gewesen. Weitere Werke: „Tha Captive" (Oratorium) und die komischen Opern „Prince Ananias", „The Wizard of the Nile", „The Serenade", „Cyrano de Bergerac", „The Ameer", „The Viceroy", „The Idol's Eye", „Babette”, „Babes in Toyland", „It Happened in Nordland". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt