Beschreibung
Haydn, Johann Michael
Titel: Ritter G-Dur am Salzburger Hofe
Reych: Nr. 122 Juvavia (Salzburg)
Geb.: 14.09.1737 in Rohrau
Gest.: 10.08.1806 in Salzburg
Volltext
österreichischer Komponist Johann Michael Haydn war ebenso wie sein 5 Jahre älterer Bruder, unser ES Schöpfer, Josef Haydn, ein bedeutender Wegbereiter klassischer Kirchenmusik. Beide waren Sängerknaben in der Cantorei zu St. Stephan in Wien. 1754 entstand seine erste bekannte Komposition „Missa in honorem Sanctissimae Trinitatis“. 1757 wurde Haydn Geiger im Orchester des Großwardeiner Bischofs Adam Patachich, 1760 Kapellmeister. Nach seinem Aufsehen erregenden Hornkonzert 1762 beruft ihn Erzbischof Sigismund von Schrattenbach im folgenden Jahr zum Hofmusicus und Concertmeister nach Salzburg. Dort wurde ihm als besonderes Privileg Zugang zur Offizierstafel des Fürsterzbischofs gewährt. Haydn war Organist an der Dreifaltigkeitskirche, 1777 wurde er Domorganist. 1782 wurde Haydn Mozarts Nachfolger als 1. Hof- und Domorganist. Dennoch verband ihn eine tiefe Freundschaft mit unserem ES Don Juan, der für ihn 2 Stücke schrieb, als Haydn sich krankheitsbedingt nicht dazu im Stande Haydn wirkte 43 Jahre lang in Salzburg. Besonders bedeutend in dieser Zeit waren seine kirchlichen Instrumentalstücke. Die Kirchenmusik war Schwerpunkt von Haydns 843 Kompositionen, sein „Deutsches Hochamt“ gehört zu den wenigen kirchlichen Volksgesängen der Klassik. Aber auch seine Chorwerke wie die „Missa Hispanica“ gelten als wegweisend. Haydn gilt als Begründer von Liedern für 4 Männer- oder Frauenstimmen. Darüber hinaus schuf er zahlreiche weltliche Instrumentalkonzerte und Kammermusik, wie das Streichquartett in C-Dur. Haydns Ruhm blieb hinter dem seines Bruders zurück, da seine Werke zu Lebzeiten nicht verlegt wurden, sondern lediglich in handgeschriebenen Kopien verbreitet wurden. Die 1983 gegründete Salzburger „Johann-Michael-Haydn-Gesellschaft“ nimmt sich heute einer Verbreitung seiner Werke (Text: Rt. Koi (247) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt